Kopf an Kopf
Meinungsforschung im Medienwahlkampf

von Sieglinde K Rosenberger, Gilg Seeber

€ 15,00
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Verlag: Czernin
Format: Taschenbuch
Genre: Politikwissenschaft/Politische Wissenschaft, Politische Bildung
Umfang: 160 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.09.2003

Rezension aus FALTER 51-52/2003

Lektüre, die man Überkorrekten, Globalisierungskritikern, Nahostfetischisten, Weltreisenden, Nazijägern und Politjunkies guten Gewissens unter den Christbaum legen kann.

Alternativen zum Weihnachtsevangelium: Die Mitarbeiter der Falter-Politikredaktion empfehlen einige der besten politischen Bücher des abgelaufenen Jahres. Wenig Besinnliches, dafür viel Information.

Fälscher und Trickser

Schon liest man in den Illustrierten, die Wahl zum Bundespräsidenten entwickle sich zum "Kopf-an-Kopf-Rennen". Diese Metapher, von der vergangenen Nationalratswahl her noch in schlechter Erinnerung, haben Sieglinde K. Rosenberger und Gilg Seeber zum Anlass einer politikwissenschaftlichen Untersuchung dieser Wahl gemacht. "Kopf an Kopf", so heißt ihr Buch, thematisiert die Rolle der Meinungsforschung bei Wahlentscheidungen und das Zusammenspiel von Medien, Meinungsforschung und Politik. Kurz gesagt verfügen die Parteien über besseres Zahlenmaterial als die Öffentlichkeit, sie lassen diese aber darüber im Dunkeln. Die Medien wiederum fordern von den Meinungsforschern eine Dramatisierung, ein Kopf-an-Kopf-Rennen, auch wenn die Umfrageergebnisse anderes nahe legen. Notfalls fälschen sie Ergebnisse der Meinungsforscher oder kehren ihren Sinn um. Diese wieder machen das aus ihrer Sicht Beste daraus. Sie äußern sich mit der Autorität von Umfragern auch zu Fragen, bei denen sie gar keine Umfragen veranstaltet haben. Zudem versuchen sie, taktisch für jene Parteien zu wirken, von denen sie bezahlt werden. Und über allem steht ihnen ihr eigener geschäftlicher Vorteil. Kurz: Der politmediale Komplex greift auf verwickelte Weise ineinander, jeder versucht, die anderen auszutricksen und dabei seinen profitablen Vorteil zu finden. Sicher ist nur eines. Trotz deutlich mehr publizierter Information gibt es in diesem Getriebe eine Verliererin: die politische Öffentlichkeit. Ein lesenswertes Sittenbild.

Armin Thurnher in FALTER 51-52/2003 vom 19.12.2003 (S. 15)


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