Apropos Doktor Faustus
Briefwechsel Arnold Schönberg - Thomas Mann 1930-1951

von E Randol Schoenberg

€ 27,00
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Verlag: Czernin
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Briefe, Tagebücher
Umfang: 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.11.2008

Rezension aus FALTER 1-3/2009

War das nun eine Korrespondenz? Oder eine Aneinanderreihung von Missverständnissen und Empfindlichkeiten? Es beginnt am 1.11.1930 mit Arnold Schönbergs Bitte an Thomas Mann, anlässlich Adolf Loos' 60. Geburtstag die Gründung einer Akademie zu unterstützen, die dessen Lehre an künftige Generationen weitergeben solle. Mann lehnt ab: Er habe sich nie mit Loos' Arbeit beschäftigt, deshalb könne er sich der Petition nicht anschließen. Schönberg kann sich nicht verkneifen, Mann einen Band mit Schriften von Loos zu schicken. Höflicher Dank aus München, sehr interessant sei das alles, aber manches doch wohl ein bisschen überholt?
Schönberg und Mann: Das musste schiefgehen, erst recht im US-amerikanischen Exil, wo jeder für sich unausgesprochen beanspruchte, die von den Nationalsozialisten verfolgte europäische Kultur zu verkörpern. 1948 dann eskalierte der Streit bekanntlich, als Schönberg in Manns "Doktor Faustus" ein Plagiat seiner Zwölftonlehre zu erkennen glaubte. E. Randol Schoenberg hat nun den gar nicht umfangreichen Briefwechsel seines Großvaters mit Thomas Mann herausgegeben. Der größte Teil dieser Briefe ist bereits bekannt, und so liegt das eigentliche Verdienst dieser Ausgabe darin, so ziemlich alle Dokumente – Tagebuchauszüge, Zeitschriftenartikel, Korrespondenzen Dritter – zu versammeln, die den Streit der beiden großen Männer rekonstruieren.

Tobias Heyl in FALTER 1-3/2009 vom 16.01.2009 (S. 20)


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