Feenstaub
Roman

von Cornelia Travnicek

€ 22,00
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Verlag: Picus Verlag
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 278 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.03.2020


Rezension aus FALTER 11/2020

Dieses moderne Märchen ist die Härte

Romantisch veranlagte ­junge ­Menschen könnte der Titel ­„Feenstaub“ zu einem Fehlkauf verleiten. Wer liebliche Fabel-Fantasy erwartet, wird weinen. Dabei spielt die Magie in Cornelia Travniceks neuem Roman durchaus eine Rolle. Er führt auf eine in ewigem Dunst verborgene Insel in einem Fluss. „Manchmal wohnen Monster im Nebel“, sagt der Erzähler Petru, Wale legen an, eine Nixe lockt.



In der harten Realität ist der Straßenjunge allerdings an den Rand einer fremden Stadt verschleppt worden. Weil sein Gesicht auf die Passanten nicht unschuldig genug wirkt, bleibt er auf der Insel und bewacht das Lager, während seine Leidensgenossen Cheta und Magare auf Diebestour gehen. Alle paar Tage schaut der „Pirat“ Krakadzil vorbei, holt die Beute aus der „Schatzkiste“, schlägt die Buben, wenn es zu wenig ist, und verteilt die Rationen der titelgebenden halluzinogenen Droge.



Bevor er wieder ins Boot steigt, fragt er die Drei jedes Mal nach der obersten Regel. „Niemals erwachsen werden!“, schreien die Burschen. Also hält sich Petru eine Spiegelscherbe vors Gesicht und reißt sich die ersten Barthaare aus. Man darf bei der Lektüre an Peter Pan denken – Petru ist der Anführer der „Lost Boys“, trägt nur Grün und sein Nimmerland ist die Insel.



Eines Tages trifft er Marja, die in der heilen Welt lebt, mit liebevollen Eltern, warmen Mahlzeiten und einem Nachnamen. Zarte Bande knüpfen sich, es deutet sich die Möglichkeit an, dem Elend zu entkommen. Und doch geht die Geschichte anders aus.



Mit diesem Roman könnte, nein, sollte es Travnicek wie Wolfgang Herrndorf mit „Tschick“ gelingen, alle Altersgruppen zu erreichen. Das hat nur zum Teil mit der erzählerischen Reduktion zu tun – es ist ja nicht nur die Aufmerksamkeitsspanne der Jungen kürzer geworden! Vor allem ist die Qualität dieser Prosa zu loben. Wie Travnicek harten Realismus, Märchen und Bubenabenteuer verknüpft, ist gekonnt, triftig und spannend.

Dominika Meindl in FALTER 11/2020 vom 13.03.2020 (S. 34)


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