Bodies
Schlachtfelder der Schönheit

von Susie Orbach

€ 15,40
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Übersetzung: Cornelia Holfelder-von der Tann
Verlag: Arche Literatur Verlag AG
Format: Taschenbuch
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Umfang: 176 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.04.2012


Rezension aus FALTER 50/2014

Magersucht und Fettsucht sind Geschwister

In ihrer Studie "Bodies. Schlachtfelder der Schönheit" nimmt Susie Orbach die Schattenseiten des Körperfetischismus unter die Lupe

Körperkult, Diät- und Schlankheitswahn, Höhenflüge der kosmetischen Chirurgie, aber auch Anorexie, Essstörungen, Fettsucht und eine Massenfixierung auf das Thema Ernährung: Der Druck, unsere Körper zu trainieren, zu korrigieren, zu perfektionieren und umzumodeln, ist riesig. Die Psychoanalytikerin Susie Orbach beschreibt den Körperfetischismus der industrialisierten Welt und zeigt, wie stark unser Selbstwertgefühl durch unser Körpergefühl geprägt und häufig destabilisiert wird.
Orbach, 64, weiß, wovon sie spricht: Schon seit über 30 Jahren ist der Körper ihr Forschungsthema. 1978 wurde sie mit dem Buch "Fat Is a Feminist Issue" schlagartig bekannt. Es war eine der ersten Arbeiten, die sich mit den Einstellungen von Frauen zu Ernährung, Übergewicht und Diäten ­beschäftigte. Sie hatte Prinzessin Diana auf ihrer Couch liegen, die sich wegen ihrer Bulimie an sie wandte, einen Lehrauftrag an der London School of Economics, gründete das "Women's Therapy Centre" in London und New York und war Mitentwicklerin der seit 2004 laufenden Werbe- und Marketingkampagne der Kosmetikfirma Dove, in der "normale" Frauen verschiedener Altersgruppen die Vielfalt von Frauenkörpern abseits des Magermodel-Klischees repräsentieren.
Die Schönheitsnormen haben sich in den letzten Jahrzehnten verengt, das Ideal der Schlankheit "quält alle, die ihm nicht entsprechen, und selbst diejenigen, die ihm entsprechen, tragen oft eine beklemmende Körperunsicherheit in sich". Mit einem Wort: "Ständige ängstliche Selbstbeobachtung und -kontrolle beherrschen viele Menschen vom Aufwachen bis zum Einschlafen." Neben der Fixierung auf Schlankheit und Schönheit, die dem Einzelnen – und vor allem Frauen und Mädchen – dauerhaft am Selbstwertgefühl nagt, geht ein anderes Schreckgespenst um: die zunehmende Fettleibigkeit. Orbach entlarvt beides als die zwei Seiten derselben Medaille.
Auf dem Gebiet des Körpers, konstatiert Orbach, hat der Feminismus verloren. Das Mehr an Rechten gab es für Frauen nur um den Preis, im öffentlichen Raum einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen zu müssen. Statt zu Selbstverwirklichung werden junge Frauen zu Leistungsträgerinnen erzogen, die sich im Wettlauf um Ausbildungen, Leistungen und Schönheit verausgaben. Muss das so sein?

Julia Kospach in FALTER 50/2014 vom 12.12.2014 (S. 58)


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