Israel
Ein Staat sucht sich selbst

von Igal Avida

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Hugendubel Verlag
Erscheinungsdatum: 01.03.2008

Rezension aus FALTER 41/2008

Happy Birthday, Israel!

Alles begann im Jahr 5708 des jüdischen Kalenders. Nach unserer Zeitrechnung war es der 15. Mai 1948, als das britische Mandat in Palästina, einer UN-Resolution folgend, zu Ende ging. Wenige Stunden davor hatte David Ben Gurion den Staat Israel ausgerufen, wenige Tage danach marschierten die Armeen von fünf arabischen Ländern in das den Israelis zugeteilte Territorium ein und liefen in eine blutige Niederlage.
Zum 60. Geburtstag des Staates sind zwei Bücher erschienen, aus denen sich ein vielfältiges Bild über das Land, seine Geschichte und das Alltagsleben seiner Einwohner gewinnen lässt. Die in Österreich oft zu kurz greifende Beurteilung der politischen Lage im Nahen Osten kann mithilfe der beiden Bände einer differenzierten Analyse weichen.
Beiden Büchern ist gemeinsam, dass sie sich Israel über die Geschichte und Geschichten konkreter Menschen nähern. Der in Deutschland lebende Politologe und Journalist Igal Avidan hat für "Israel – Ein Staat sucht sich selber" über 80 Politiker, Wissenschaftler, Literaten und Aktivisten der Zivilgesellschaft interviewt. Er zeigt das Bild einer zerrissenen Gesellschaft, in der jeder Einzelne an einer schwärenden Wunde leidet. Avidan beginnt seinen Bericht mit Eytan Bronstein, einem Aktivisten des Vereins "Zochrot", hebräisch für "Erinnern", der auf die vergessenen Dörfer der palästinensischen Flüchtlinge aufmerksam macht. Der Verein will eines der Tabus brechen, das die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern behindert. Im "Park Kanada", einem Naturschutzgebiet, will Bronstein Erinnerungstafeln an drei verschwundene Dörfer aufstellen, deren tausende Bewohner jetzt in Flüchtlingslagern in Jordanien und Ramallah leben. Ein langer bürokratischer Weg beginnt, bis die Behörden ihre Genehmigung erteilen. Aber damit ist der Konflikt um die Tafeln nicht beendet. Die Schilder werden immer wieder herausgerissen, übermalt, nur halbherzig wieder aufgestellt.

Robert Menasse in FALTER 41/2008 vom 10.10.2008 (S. 22)


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