Die letzte Insel

von Christian Mähr

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: DuMont
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 48/2001

Geschichten von übernatürlichen Kräften bergen eine eigentümliche Faszination: "Und wenn doch was dran ist?" Der Vorarlberger Autor Christian Mähr dürfte ein Faible für derartige Grübeleien haben. Vielleicht liegt es daran, dass er für die ORF-Wissenschaftsredaktion arbeitet und sich zur Schärfung des Berufsinstinkts gelegentlich auch durch Stapeln parapsychologischer Magazine liest, Esoterik-Gerüchte aufschnappt und S-F-Romane verschlingt. Nach "Simon fliegt" (1998) geht es auch in seinem jüngsten Roman, "Die letzte Insel", um Wundersames und Scharlatanerie.

Der Icherzähler ist ein Autor, den seine Schreibkrise zurück an einen Urlaubsort treibt, an dem sich Gespenstisches zugetragen hat. Er erinnert sich, wie er im Vorjahr beim Urlaub mit seiner Frau und gemeinsam mit einer illustren Touristengruppe eine seltsame Entdeckung gemacht hat: Aus heiterem Himmel tauchte die sagenumwobene Insel San Borondon auf. Nur einige wenige können diese überhaupt sehen, für die anderen ist sie nicht existent. Unter den "Auserwählten" entbrennt lausbübische Neugier, kindische Verschwörungstheorien werden geschmiedet. Schließlich mietet man ein Boot und besucht die Insel. Danach ist nichts mehr, wie es war, und auch der Autor verliert die Übersicht: Jeder hat eine andere Version von den Ereignissen auf der Insel parat; einer verschwindet spurlos, und am trauten Urlaubsort bricht plötzlich die Pest aus.

Mähr vertraut darauf, dass eine zunehmende Verschleierung auch eine immer größere Spannung erzeugt. Nur funktioniert das nicht so recht, der Autor verheddert sich bloß in widersprüchlichen Schilderungen, von denen keine besonders interessant ist.

Petra Rathmanner in FALTER 48/2001 vom 30.11.2001 (S. 69)


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