Der Mann 2000
Die Hormon-Revolution

von Georg Kindel, Siegfried Meryn, Markus Metka

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Ueberreuter
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 41/1999

Im Irak, so geht die Sage, werden Menschen, die Bücher mit der Zahl 2000 im Titel veröffentlichen, zu einem Cholesterineinlauf verurteilt – eine Sanktion, die auch in unseren Breiten Zustimmung finden könnte. Von Cholesterin handelt auch das Buch "Der Mann 2000", aber auch von Stress, Potenz, Haarausfall, Hormonen und anderen männlichen Hobbys ist hier die Rede. Alles Dinge, die Männer nicht ganz kalt lassen, hier aber auf bemerkenswert niedrigem Niveau abgehandelt werden. Jeder praktische Arzt wird Ihnen für den Kaufpreis des Buches mehr über diese Dinge erzählen. Allerdings würde Ihnen dieser Mediziner wertvolle Informationen wie "Casanova erhöhte durch rohe Eier seine Androgenwerte", "der Problemtrinker will psychischen Problemen entfliehen" oder "der Tumor ist meist ein starker Klumpen" vorenthalten.
Am allerschlimmsten ist wohl die Kapitelüberschrift "Wie Sie 120 Jahre alt werden können" sowie die Rezepte hierfür im Inneren des Breviers: Da findet man so Brauchbares wie "Essen Sie viel Obst und Gemüse", "Verlernen Sie nicht zu lachen" und – ziemlich überraschend – "Rauchen Sie weder aktiv noch passiv". Über jeder Zeile schwebt dann auch der neoliberale Grundsatz der modernen Medizin: "Es liegt in Ihrer Hand, Ihr Leben neu zu gestalten" – ein Satz, der Patienten immer wieder enorm weiterhilft. Die Seuche der unbrauchbaren Pseudosachbücher, deren Symptome Billyregalausschlag und Kirchenflohmarktgammelkistenjucken sind, wird in diesem Werk leider nicht erwähnt. Deshalb wird auch das Erscheinen von "Mann 2000" in Österreich gnadenloserweise mit Bundeskanzlerbehandlungszwang und 20 News-Abos bestraft.

Rudi Klein in FALTER 41/1999 vom 15.10.1999 (S. 34)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb