Georg Danzer
Große Dinge - Erlebtes und Erzähltes

von Georg Danzer, Franz Christian Schwarz, Andreas Zahradnik

€ 19,99
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Verlag: Ueberreuter
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Musik, Film, Theater/Biographien, Autobiographien
Umfang: 240 Seiten
Erscheinungsdatum: 05.03.2015

Rezension aus FALTER 15/2015

Georg Danzer in eigenen sowie in fremden Worten

Ein neues Buch über den besten der klassischen Austropop-Liedermacher? Ja und nein. Mit dem programmatischen Untertitel „Große Dinge – Erlebtes und Erzähltes“ versehen, würdigt „Georg Danzer“ den Musiker acht Jahre nach seinem Tod auf unkonventionelle Weise: Es erzählt viel Biografisches und ist doch alles andere als eine klassische Biografie. Teil eins bietet einen Nachdruck der 1993 erschienenen Kindheitserinnerungen Danzers, die durch einen Verlagskonkurs damals gleich wieder vom Markt verschwunden waren; in Teil zwei erzählen Freunde und Kollegen posthum über den Musiker, aufgeschrieben vom Autor Andy Zahradnik.
Stoff für Hardcore-Fans also? Mitnichten. Der Nachdruck enthält poetische Erzählungen einer Wiener Nachkriegskindheit und -jugend, um Musik geht es dabei fast gar nicht. In schlichter, aber sehr lebendiger Sprache erinnert sich Danzer an spezifische Gerüche und Geschmäcker, an den Antisemitismus der Wiener Kommunisten und die Sandkörner in Muttis Schokopudding. Er erzählt vom ersten Sex, der ersten Packung Zigaretten, der ersten Gitarre, dem ersten Vollrausch, dem ersten Besuch im Café Hawelka und der abenteuerlichen ersten Griechenlandreise – ohne eitle Reflexion aus der Perspektive des Heranwachsenden.
Auch mit amüsantem Vorstadtvokabular geizt der Text nicht: „Irgendwann hörte ich dann einmal von einem der Buben aus dem Hort, der schon etwas älter war als ich, dass die Kinder dadurch entstehen würden, ‚dass da Voda sein Beidl in die Fut von da Mutta steckt und einebrunzt‘“.
Die Begegnungen mit unter anderem Wolfgang Ambros, Ulli Bäer, Christian Becker, Peter Cornelius, Rainhard Fendrich und Rudi Dolezal übersetzt Zahradnik im zweiten Teil in interessante kleine Porträts, die facettenreich um Danzer kreisen, aber auch viel über die Gesprächspartner erzählen. Ergibt in Summe ein keineswegs nur für Austropop-Aficionados lesenswertes Buch. Nur sollte Zahradnik bei Gelegenheit jemand sagen, dass sich sein Lieblingswort „dereinst“ nicht auf die Vergangenheit bezieht.

Gerhard Stöger in FALTER 15/2015 vom 10.04.2015 (S. 33)


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