Michael Ludwig - Reden wir darüber

von Dr. Ralph Vallon

€ 22,95
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Verlag: Ueberreuter
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien
Umfang: 224 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.10.2018

Rezension aus FALTER 49/2018

Ludwigs kleine Hagiografie

Ralph Vallons Buch über den neuen Wiener Bürgermeister und SPÖ-Landeschef Michael Ludwig endet mit einem Kapitel unter dem Titel „Bemerkenswert“. Darin finden sich Sätze wie „Die gute Stimmung, wie sie in Wien mit Michael Ludwig und seinem Team herrscht, ist spürbar“. „Bürgermeister Michael Ludwig ist ein guter, sehr kommunikativer Wahlkämpfer und sein Team in der Stadtregierung ist professionell arbeitend, gespickt mit Experten, Managern und erfahrenen Politikern. Das große Asset bleibt tatsächlich er selbst.“

Der Autor, ein PR-Experte, hat also unverkennbar eine eindeutig positive Haltung zum Objekt seiner Schreibe. Das muss noch kein Nachteil sein. Trotzdem gilt: Es sagt viel darüber aus, wen man über sich schreiben lässt. Verhindern kann ein Politiker nicht, dass über ihn Biografien verfasst werden, das bringt das Leben als öffentliche Person mit sich. Aber er oder sie kann solche Projekte natürlich steuern, umso mehr, wenn er mit dem Autor so gut bekannt ist wie Ludwig mit Vallon.

Vallons Buch über Ludwig ist gefällig, aber flach. Er streift die einzelnen Lebensabschnitte nur oberflächlich, dabei hätte es viel zu erzählen gegeben über Ludwigs Kindheit als Sohn einer Alleinerzieherin, über das Wien, das er als Kind und Jugendlicher erlebte, zuerst im siebenten, dann im 21. Bezirk. Über seine Schulzeit und seine Parteikarriere als Bildungspolitiker erfahren wir viel Ankedotisches, manches davon witzig. Aber das Buch bleibt im Stil des „und dann“, „und weiters“ stehen. Zusammenhänge, Kontexte, Perspektiven muss der Leser sich schon selber zusammensuchen. In seltsamem Kontrast dazu steht das ausführliche, nahezu insiderische Kapitel „Auf dem Weg zum SP-Wien-Vorsitzenden“, das sich über weite Strecken wie eine Abrechnung mit Ludwigs Gegnern innerhalb der SPÖ Wien liest.

Dass Vallon mit seinem Buch am Ende auf über 200 Seiten kommt, verdankt er auch dem Abdruck von 30 Grußbotschaften seiner Gesprächspartner, einem Vorwort von Hannes Androsch, einem Lebenslauf, aber leider keinem Personenverzeichnis.

Barbaba Tóth in FALTER 49/2018 vom 07.12.2018 (S. 18)


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