Das Leben, ein Irrtum
Acht Exzentriker

von Lytton Strackey, Robin Crackett

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Verlag: Klaus Wagenbach
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 47/1999

Weihnachten 1938 begann an der Küste Südafrikas das letzte Märchen der Zoologie. Es handelt von einem Fisch, der als seit 70 Millionen Jahren ausgestorben galt - bis ein fangfrisches Exemplar im Museum von East London abgeliefert wurde. Die Erforschung der auferstandenen Spezies verlief chaotisch, weiß die britische Journalistin Samantha Weinberg in "Der Quastenflosser" zu erzählen, schließlich waren alle wichtigen Beteiligten Exzentriker. J.L.B. Smith zum Beispiel hetzte 14 Jahre lang die Ostküste Afrikas entlang, ehe endlich Exemplar Nr. 2 auftauchte. Hans Fricke, ein weiterer Besessener, türmte 1961 aus der DDR, weil er davon ausging, der sozialistische Staat hindere seinen Forscherdrang. Zu Recht. Was hätte der DDR ein Quastenflosser bedeuten sollen? Fricke investierte Millionen in die Konstruktion eines speziell für die Beobachtung des lebenden Fossils zugeschnittenen U-Bootes. Als damit 1987 die ersten Filmaufnahmen gelangen, war er bereits entnervt nach Europa zurückgekehrt.

"Der Quastenflosser" steht in einer unterhaltsamen Tradition. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts gehörte es in Großbritannien zum guten Ton, humoreske Biografien jener Vorfahren zu verfassen, die es sich leisten konnten, sich durch extrovertiertes Benehmen zu ruinieren. Lytton Strackey (1880-1932) war ein Meister dieses Genres. Acht biografische Kostproben versammelt "Das Leben, ein Irrtum", darunter seine Porträts von David Hume, dem Meister des Dilettantismus. Der schmale Band macht Appetit.


Weihnachten 1938 begann an der Küste Südafrikas das letzte Märchen der Zoologie. Es handelt von einem Fisch, der als seit 70 Millionen Jahren ausgestorben galt - bis ein fangfrisches Exemplar im Museum von East London abgeliefert wurde. Die Erforschung der auferstandenen Spezies verlief chaotisch, weiß die britische Journalistin Samantha Weinberg in "Der Quastenflosser" zu erzählen, schließlich waren alle wichtigen Beteiligten Exzentriker. J.L.B. Smith zum Beispiel hetzte 14 Jahre lang die Ostküste Afrikas entlang, ehe endlich Exemplar Nr. 2 auftauchte. Hans Fricke, ein weiterer Besessener, türmte 1961 aus der DDR, weil er davon ausging, der sozialistische Staat hindere seinen Forscherdrang. Zu Recht. Was hätte der DDR ein Quastenflosser bedeuten sollen? Fricke investierte Millionen in die Konstruktion eines speziell für die Beobachtung des lebenden Fossils zugeschnittenen U-Bootes. Als damit 1987 die ersten Filmaufnahmen gelangen, war er bereits entnervt nach Europa zurückgekehrt.

"Der Quastenflosser" steht in einer unterhaltsamen Tradition. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts gehörte es in Großbritannien zum guten Ton, humoreske Biografien jener Vorfahren zu verfassen, die es sich leisten konnten, sich durch extrovertiertes Benehmen zu ruinieren. Lytton Strackey (1880-1932) war ein Meister dieses Genres. Acht biografische Kostproben versammelt "Das Leben, ein Irrtum", darunter seine Porträts von David Hume, dem Meister des Dilettantismus. Der schmale Band macht Appetit.

Hans von Trothas Reise durch die Geschichte des "Englischen Gartens" wäre ein passender Nachtisch. Zwölf Parklandschaften hat Trotha in ihrem ursprünglichen Zustand rekonstruiert. Glanzstück des Kuriosen ist laut Trotha der Garten von Blenheim: John Vandbrugh errichtete darin 1708 die damals größte Brücke des Landes. Leider war der Fluss unter ihr nur zwei Meter breit. Bauherrin Lady Sarah veranlasste daraufhin, ihn auf 30 Meter Breite aufzustauen. Sie war keine Exzentrikerin.

Martin Droschke in FALTER 47/1999 vom 26.11.1999 (S. 68)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Der Englische Garten (Hans von Trotha)
Der Quastenflosser (Samantha Weinberg, Andrea Stumpf, Gabriele Werbeck)

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