Stierkampf

von A.L. Kennedy, Ingo Herzke

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Klaus Wagenbach
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 26/2001

Dieses Buch riecht von der ersten Zeile an nach Tod, wilden Stieren und verschwitzten Männern. Was aus der Feder der jungen schottischen Autorin A.L. Kennedy tropft, ist das Beste, was sich heutzutage aus dem Thema des Stierkampfes pressen lässt. Wie sie einen in diese Sportart einführt, die zu einem Riesengeschäft geworden ist, dabei historische Wurzeln des heidnischen Rituals freilegt, anatomische Erklärungen für die Kurzsichtigkeit der Stiere anbietet, ihren Ekel vor dem blutrünstigen gewalttätigen Spiel nicht verschweigt und trotzdem vom Kampf auf Leben und Tod fasziniert bleibt, ist mit nichts vergleichbar. Selbst Leser, die beim bloßen Gedanken an einen Stierkampf die Nase rümpfen, vermag Kennedy bei Laune zu halten.

Mit Lob darf gerade bei diesem Buch nicht gespart werden, erzählt die Rahmenhandlung der Stierkampf-Reportage doch vom Drama einer Autorin (der Icherzählerin), die zutiefst an ihrem schriftstellerischen Talent zweifelt, an gebrochenem Herzen leidetund nur mehr sterben will. Ein glücklicher Zufall verhindert ihren Selbstmord, ein weiterer verschafft ihr den Auftrag, nach Spanien zu reisen. Doch all das Erlebte und der grenzgeniale Bericht ändern nichts an ihrer Schreibkrise. Das Buch endet mit einem abgrundtiefen "Ich weiß nicht, was ich tun soll". "Weiterschreiben!", will man der Autorin zurufen. Für alle anderen aber gilt: Niemand sollte ohne A. L. Kennedys Stierkampf im Gepäck nach Spanien reisen müssen.

Petra Rathmanner in FALTER 26/2001 vom 29.06.2001 (S. 60)


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