Paradais

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Am Rand des Paradieses ist das Wasser schlammgrün. Jede Nacht sitzen sie unten am Fluss und trinken bis zur Besinnungslosigkeit: der übergewichtige blonde Franco, der in der Luxus-Anlage Paradise wohnt, und der sechzehnjährige Polo, der dort als Gärtner arbeitet. Doch Franco ist kein Freund, er braucht Polo nur, um seine grotesken sexuellen Phantasien auszubreiten. Die drehen sich obsessiv um eine einzige Frau: die unerreichbare Nachbarin Señora Marián.
Polo bleibt trotzdem sitzen und säuft: um die Plackerei, die Herabwürdigungen zu ertragen, um nicht zurück ins Dorf zu müssen, wo alle für die Drogenmafia arbeiten – und ihn seine schwangere Cousine und die Vorwürfe seiner Mutter erwarten. Die Nachbarin wolle ihn verführen, sagt der Dicke, er müsse mit ihr schlafen, notfalls mit Gewalt. Polo hält das für lächerliche Hirngespinste, aber allmählich wird er vom stummen Saufkumpan zum Komplizen. Und wittert seine Chance auf den großen Ausbruch …
Mit unheimlicher Wucht erzählt Fernanda Melchor, wie aus Begehren etwas Finsteres, Aggressives, Lebensgefährliches entsteht. Ein hochexplosives Gemisch aus unüberbrückbaren Klassenunterschieden, Frustration und Frauenhass durchdringt »Paradais« in jedem Satz – bis in die letzte Ritze, bis zum irrwitzig flackernden Ende.

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FALTER-Rezension

"Der Dicke war an allem schuld, das würde er ihnen sagen." Ein guter erster Satz allein ist wenig wert, aber er kann auf das Folgende einstimmen. Der lässig-lapidare Einstieg in "Paradais" deutet schon das böse Ende dieser Geschichte an. Doch von Anfang an: Der Dicke ist Franco, ein wohlstandsverwahrloster junger Mann, der bei seinen Großeltern in einer Gated Community lebt. Der, der spricht, ist Polo. Der jugendliche Gärtner muss sich Francos Sexfantasien anhören, wenn sie sich gemeinsam zudröhnen. Der Dicke ist besessen von einer schönen Nachbarin.

Die mexikanische Autorin Fernanda Melchor hat einen atemlos schnellen Text geschrieben, der sich von der ersten Seite an beklemmend liest, weil er vor Machismo und Frauenhass nur so vibriert. Er entfaltet aber auch eine derartige Sogwirkung, dass man das Buch bis zum finalen Gewaltausbruch nicht weglegen kann.

Sebastian Fasthuber in Falter 50/2021 vom 17.12.2021 (S. 32)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ReiheQuartbuch
ISBN 9783803133380
Erscheinungsdatum 19.08.2021
Umfang 144 Seiten
Genre Belletristik/Erzählende Literatur
Format Taschenbuch
Verlag Wagenbach, K
Übersetzung Angelica Ammar
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