liegen lernen

von Frank Goosen

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Eichborn
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 26/2001

Die Achtzigerjahre waren vor allem um die Mitte herum und gegen Ende finster, und die Sommer waren schlecht, aber ich lernte in ihnen das Zusammenleben und das Ficken, das Liebsein und das Lügen. Man kann es sich eben nicht aussuchen." Die Geschichte vom Reifeprozess eines jungen Mannes namens Helmut, die Frank Goosen in seinem Debütroman "liegen lernen" erzählt, beginnt 1982 mit dem ersten Farbfernseher im elterlichen Haushalt des Helden, und sie endet 16 Jahre später mit einem positiven Schwangerschaftstest. Dazwischen liegen der Fall der Berliner Mauer und die Abwahl von Helmut Kohl; aber obwohl Helmut im Verlauf des Buches eine universitäre Laufbahn als Historiker beginnt, stehen diese historischen Ereignisse in seiner Wahrnehmung deutlich im Schatten von zwischenmenschlichen Ereignissen mit Gisela, Gloria, Roberta oder wie sie sonst noch alle heißen.

Der am Beginn des Romans 16 Jahre alte Icherzähler ist während der knapp 300 Seiten hauptsächlich damit beschäftigt, Rockplatten (Schwerpunkt: Sechziger- und Siebzigerjahre) und Erfahrungen mit Frauen zu sammeln - von Britta, der ersten großen Liebe, bis Tina, mit der möglicherweise alles anders wird. Musik und Frauen: Die Leitmotive des Buches haben dem 35-jährigen Goosen den Ruf eingetragen, die deutsche Antwort auf den englischen Erfolgsautor Nick Hornby zu sein. Wer "High Fidelity" geliebt hat, wird auch "liegen lernen" mögen: Es ist zwar nicht ganz so brillant und charmant geschrieben wie Hornbys Bestseller; aber erstens wissen wir jetzt, dass auch eine Jugend im Ruhrpott ganz schön sexy sein kann, und zweitens kann es gar nicht genug Bücher geben, die auf unterhaltsame Weise von Frauen und Platten, vom Liegen und vom Lieben erzählen.

Wolfgang Kralicek in FALTER 26/2001 vom 29.06.2001 (S. 60)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb