Lexikon der Attentate
Berühmte Verschwörungen, Komplotte und Anschläge

von Katja Doubek

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Eichborn
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 1-2/2002

Es scheint so, als folge der Krieg zwischen bin Ladens Terroristen und der westlichen Allianz den selben psychologischen Mechanismen wie einst der Kampf zwischen der RAF und der Bundesrepublik - wenngleich in einem ganz anderen Maßstab. Diesen Eindruck erweckt der Umgang speziell des deutschen Feuilletons mit jener literarischen Rekonstruktion des langjährigen Werdegang eines linken Attentäters und zweier staatlicher Sonderfahnder, die Franz-Maria Sonner in seinem jüngsten Roman unternommen hat. Zu dem Zeitpunkt, zu dem "Die Bibliothek des Attentäters" einsetzt, also während der Schlachten um die Frankfurter Startbahn West, ist der Apparat der RAF bereits in gleichem Maße gelähmt wie der der staatlichen Aufklärer. Jetzt sind es linke Außenseiter wie Jakob, von Zivilpolizisten gedemütigte Idealisten, die Gewalt gegen alte Nazis für legitim halten und wiederum einen ehemaligen Ermittler zum Waffengebrauch treiben. Dessen Karriere erleidet nämlich durch die Selbstauflösung der RAF einen jähen Knick, und Jakob ist für ihn die personifizierte Ursache für die Schmach seiner Rückversetzung in den einfachen Polizeidienst.

So man nur will, lassen sich in Sonners Buch tatsächlich vage Parallelen zu den Ereignissen um den 11. September finden. Und darüber hinaus natürlich zu einer Vielzahl von Einträgen, die Katja Doubek für ihr "Lexikon der Attentate" zusammengetragen hat. Wer das Material vergleicht, kann eine Reihe von Schlüssen ziehen. Etwa den: Attentate haben die Welt schon vor Julius Cäsar permanent an den Rand des Abgrunds getrieben; allerdings nur, wenn man die Terroristen und deren Gegner mit sich alleine gelassen hat. Das Resümmee aus Sonners Roman über die RAF und deren Folgen: Ein Attentat wird grundsätzlich mit Gewalt beantwortet, weil die Verfolger zu Attentätern mutieren, wenn die eigentliche Schlacht längst geschlagen ist. So man nur will, lassen sich in Sonners Buch tatsächlich vage Parallelen zu den Ereignissen um den 11. September finden. Und darüber hinaus natürlich zu einer Vielzahl von Einträgen, die Katja Doubek für ihr "Lexikon der Attentate" zusammengetragen hat. Wer das Material vergleicht, kann eine Reihe von Schlüssen ziehen. Etwa den: Attentate haben die Welt schon vor Julius Cäsar permanent an den Rand des Abgrunds getrieben; allerdings nur, wenn man die Terroristen und deren Gegner mit sich alleine gelassen hat

Martin Droschke in FALTER 1-2/2002 vom 11.01.2002 (S. 58)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Die Bibliothek des Attentäters

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