Schade um den schönen Sex

von Simon Borowiak

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Verlag: Eichborn
Erscheinungsdatum: 22.09.2009

Rezension aus FALTER 47/2009

Der namenlose Icherzähler und sein wunderlicher Kumpel Cromwell kennen sich aus der Psychiatrie und haben dementsprechend je einen an der Waffel. Ein gemeinsamer Urlaub in Nizza dümpelt in der eher tristen und gleichzeitig saukomischen Welt der zwei Jammerlappen so dahin, bis eine bizarre Wende eintritt, als sich der unerbittliche Liebesversager Cromwell in die minderjährige Tochter der Hotelzimmernachbarn verknallt.
Es geht um Liebenkönnen, nicht mehr Liebenwollen und darum, wie man sich aufgrund früherer Unfälle in Liebesdingen ein kompliziertes Leben strickt, um nicht mehr zu straucheln. Soll heißen: Während man über diese zwei eigenartigen Typen lacht, mit denen man sich so gar nicht identifiziert, kann man sich auf eine eigentümliche Art und Weise ziemlich ertappt fühlen.
Hier ist das Schrullige treffliche Pointe. Selten war Schwermut so lustig, Losertum so spannend und dar­über hinaus auch noch poetisch. Wenn man unsensibel wäre, könnte man auf den Autor, bekannt durch seine Beiträge für das Satiremagazin Titanic, böse sein, weil er durch seine Geschlechtsumwandlung einen der wenigen Belege dafür versaut hat, dass Frauen auch lustig sein können. Aber wer Sachen schreibt, wie "… und hupte wie am Spieß", dem verzeiht man alles. Borowiak ist der Chef, wenn's ums Formulieren geht. Super Buch.

Heidi List in FALTER 47/2009 vom 20.11.2009 (S. 20)


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