Warum sie so seltsam sind
Gehirnentwicklung bei Teenagern

von Barbara Strauch, Sebastian Vogel

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Verlag: Berlin
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 12/2003

Das Gehirn verhält sich zum Lesen wie ein Traktor zu einem Formel-1-Rennen, für dessen Tuning man kurz vor dem Rennen zwei Stunden Zeit bekommt", meint Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie an der Uni Ulm, in seinem Buch "Lernen - Gehirnforschung und die Schule des Lebens". Der Autor erklärt aber auch, warum ein Gehirn gar nicht anders kann als immerzu lernen - und wie wir es effizienter nützen könnten. Schließlich will Manfred Spitzer nicht im Elfenbeinturm der Wissenschaft bleiben: Er scheut sich nicht, in die aktuelle Debatte (Stichwort PISA) einzugreifen oder die Sinnhaftigkeit des Religionsunterrichtes in Schulen infrage zu stellen. Sein umfassendes Lehrbuch mit Index und ausführlicher Literaturliste ist gut strukturiert - und ein "Fazit" am Ende eines Kapitels erleichtert das schnelle Lesen.Nach neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung werden auch noch zu Beginn der Pubertät graue Zellen neu gebildet. Barbara Strauch, Wissenschaftsredakteurin und Mutter heranwachsender Kinder, gelingt es in ihrem Buch "Warum sie so seltsam sind", Verständnis für impulsive, aufgewühlte, lang schlafende und Hals über Kopf verliebte Jugendliche zu wecken, indem sie die neurologischen Bedingungen dieser turbulenten Lebensphase aufzeigt. In anschaulichen Beispielen dokumentiert sie, dass Heranwachsende bereits "die Leidenschaft und die Kraft haben, aber die Bremse vielleicht erst mit 25 Jahren richtig funktioniert", da bestimmte Hirnareale unterschiedlich rasch wachsen und reifen. Die Autorin ermuntert Erwachsene, den Jugendlichen die Zeit zuzugestehen, die notwendig ist, um Fühlen und Denken zu verknüpfen. Was zum Balanceakt werden kann, wenn Eltern Orientierung geben und gelegentlich sogar die noch nicht entwickelte "Bremse" ersetzen wollen. Ganz andere Schwierigkeiten können sich mit hochbegabten Kindern ergeben. Sie erfassen nämlich komplexe Zusammenhänge bereits in jungen Jahren und zeichnen sich durch einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit aus, was sie bei inkonsequenten Pädagogen nicht gerade beliebt macht. Die Psychologin Aiga Stapf von der Universität Tübingen bietet mit ihrem Buch "Hochbegabte Kinder" Eltern und Lehrern im Umgang mit besonders Talentierten Orientierung. Sie hat den Stand der Forschung übersichtlich, aber ziemlich trocken zusammengefasst, räumt aber immerhin glaubhaft mit einem gängigen Vorurteil auf: dass nämlich Hochbegabte einseitig, sozial inkompetent und nah am Wahnsinn leben würden.

Waltraud Niel in FALTER 12/2003 vom 21.03.2003 (S. 26)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Hochbegabte Kinder (Aiga Stapf)
Lernen (Manfred Spitzer)

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