Die Kunst des langen Lebens
Eine Anleitung

von Stefan Bollmann

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Berlin
Erscheinungsdatum: 01.03.2007

Rezension aus FALTER 40/2007

Vorweg: Das Buch hält nicht, was es im Titel verspricht. Der Autor gibt keine Anleitung, wie wir die aufgrund der höheren Lebenserwartung gewonnenen Jahre gestalten sollen, und das ist gut so. Vielmehr fordert er dazu auf, Ideen von Lebensabschnitten und vom Alter neu zu überdenken. Die meisten ignorieren nämlich in ihrem Lebensentwurf, dass sie 80 oder 90 Jahre alt werden können. Die gewonnenen Jahre dürfen aber, so Bollmann, nicht einfach hinten angehängt werden, sondern müssten schon viel früher genutzt werden. Zum Beispiel, indem wir länger arbeiten. Das böte die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinen: ein Arbeitsleben in mehreren Abschnitten und mit Pausen für die Kindererziehung. Die zweite Karriere beginnt dann vielleicht erst mit 50 oder 60.
Dass wir zeitlebens fähig zur Veränderung (Stichwort Plastizität!) und zur Kreativität sind, untermauert der studierte Literaturwissenschaftler mit Vorbildern aus der Vergangenheit. Mit Goethe zum Beispiel, der noch im hohen Alter große Texte schuf, bevor er mit 82 Jahren quasi mit der Feder in der Hand die Augen schloss. Hätte der Dichter allerdings noch länger gelebt, wären wohl auch ihm die Mühen des ganz hohen Alters nicht erspart geblieben, vermutet der Autor. Irgendwann sei nämlich mit dem Potenzial zur Erneuerung tatsächlich Schluss: Dann nehmen die körperlichen und geistigen Symptome des Verfalls überhand. Grund genug, die Zeit bis dahin zu nutzen.

Sabina Auckenthaler in FALTER 40/2007 vom 05.10.2007 (S. 74)


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