Die Kunst der Freiheit

In Zeiten zunehmender Unfreiheit
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Mike Hammer, Sam Spade, Philip Marlowe - die Helden amerikanischer Kriminalromane gaben dem jungen Alexander Van der Bellen ein Gefühl dafür, was Freiheit ist. Aufgewachsen im Tiroler Kaunertal, erzählt der ehemalige Wirtschaftsprofessor und Grün-Politiker erstmals Details über seine russischen Vorfahren, kleinbürgerliche Gymnasialprofessoren, befreiende Lektüre, das Aufbrechen der stockkonservativen Gesellschaft in Österreich ab 1968 und seine grünen Anfänge.
Der rote Faden seiner Erinnerungen und Anmerkungen ist der Begriff der Freiheit - und seine aktuelle Gefährdung durch falsche Reaktionen auf Terroranschläge, durch drohende Einschränkungen von EU-Grundfreiheiten, aber auch durch die leichtfertige Preisgabe der Privatsphäre im Internet.
Nachdenklich und präzise räsoniert Van der Bellen über Alltägliches und Politisches, Vergangenes und Zukünftiges, Lokales und Globales: wie er sich über den Puritanismus hinter der Anti-Raucher-Gesetzgebung ärgert, warum akademische Dünkel absolut kontraproduktiv sind, persönliche Erweckungserlebnisse, warum er das Ernst-Strasser-Urteil zutiefst ungerecht empfindet sowie welchem Politikerkollegen zu trauen ist.

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FALTER-Rezension

Van der Bellens Lebensprinzip

Seine Kandidatur war noch nicht offiziell, da legte Alexander Van der Bellen ein kleines, feines Buch mit dem Titel „Die Kunst der Freiheit“ vor. Jetzt, wo er gegen FPÖ-Kandidat Norbert Hofer in der Stichwahl um das Hofburg-Amt antritt, lohnt sich ein zweiter Blick darauf. Der vormals grüne Professor zeigt sich darin als klassischer Liberaler, Citoyen und Weltbürger. Auch wer wissen will, wie Van der Bellen außenpolitisch denkt, findet hier Antworten.

Barbaba Tóth in Falter 17/2016 vom 29.04.2016 (S. 22)


Ein heimliches Wahlprogramm

Natürlich ist dieses Buch eine Wahlempfehlung. Oder zumindest eine Kandidatenempfehlung. Kaum ein Leser wird Alexander Van der Bellens Buch „Die Kunst der Freiheit“ nicht mit Blick auf die anstehenden Bundespräsidentenwahlen im Frühjahr 2016 lesen.
Noch halten sich alle potenziellen Bewerber (Bewerberinnen gibt es nach dem Tod der Parlamentspräsidentin Barbara Prammer ja nicht) zurück. Auch Van der Bellen. Aber seine gemeinsam mit Bernhard Ecker verfasste politische Biografie zeigt schon einmal, was für eine außergewöhnlich geeignete Persönlichkeit er für dieses Amt wäre.
Das beginnt schon damit, dass Van der Bellen im ersten, sinnigerweise mit „Eigenheiten“ betitelten autobiografischen Kapitel von seiner ganz und gar großeuropäischen Familiengeschichte erzählt. Die Van der Bellens stammen aus Russland bzw. aus dem späteren Estland und Holland. „Mi­gration und der hohe Stellenwert des akademischen und intellektuellen Lebens“ spielten in ihrem Leben immer schon eine große Rolle.
Van der Bellen ist nicht nur deshalb ein Mann der Schrift. Seine Berufung als Professor für Volkswirtschaft nach Wien war sein Traum. „Bis heute kann ich mir keinen schöneren Beruf vorstellen.“ Selbst später als Politiker nahm er sich die Zeit, alle fünf Wochen für die Wiener Zeitung einen Gastkommentar zu schreiben. Und zwar selber zu schreiben. Gedanken grundlegend zu ordnen und zu bewerten ist ihm alles andere als fremd. Die Nachdenkpause – als ehemaliger Chef der Grünen eines seiner Markenzeichen – gehört da genauso dazu wie das weite Ausholen – und viele literarische Referenzen.
All das findet man in seinem Buch, dazu kluge Gedanken über Puritanismus, die „Fernseh- und Boulevarddemokratie“ oder Österreichs extrem rechte Tradition. Sie sieht Van der Bellen leicht resigniert, aber sehr realistisch als historische Gegebenheit, die seit 120 Jahren etwa 30 Prozent der Wähler anzieht.
Ganz zum Schluss erklärt Van der Bellen auch, welche Gründe dagegensprächen, bei der Bundespräsidentenwahl anzutreten. Die Funktion sei „im Grunde unvereinbar mit seinem Anspruch auf Privatsphäre“. Er werde sich die Entscheidung zwischen seinem „Recht auf individuelle Freiheit oder Dienst an der Republik“ jedenfalls nicht leichtmachen, verspricht er. Hoffentlich.

Barbaba Tóth in Falter 39/2015 vom 25.09.2015 (S. 22)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783850339223
Erscheinungsdatum 21.09.2015
Umfang 176 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien
Format Hardcover
Verlag Brandstätter Verlag
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