Das 20. Jahrhundert
Band VI der Geschichte Wiens

von Siegfried Mattl

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Pichler
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 42/2000

Zeitgeschichte: Wien heute

Nun ist sie in der Gegenwart angelangt, die Geschichte der Stadt Wien: Mit Siegfried Mattls Monographie "Wien im 20. Jahrhundert" liegt seit kurzem der sechste und letzte Band einer außergewöhnlichen Stadtgeschichte vor, die in den vergangenen Jahren vom Pichler Verlag herausgegeben wurde. Das Besondere daran: Es ist eine Kombination aus aufwendigem Layout, spannendem Bildmaterial und knappen Texten, die nur wenig mit der herkömmlichen Historiker-Schreibe zu tun haben.

Mattls Streifzüge durch Wiens Geschichte im 20. Jahrhundert stellen nicht nur den Abschluss, sondern wohl auch den Höhepunkt dieser Buchreihe dar. Raffiniert gewählt ist gleich einmal der Einstieg: Der Zeithistoriker, Ausstellungsmacher und Falter-Autor beginnt seine Darstellung nicht etwa mit Wien um 1900 oder mit dem Ende der Monarchie: Am Beginn steht ein Kapitel über das touristische Wien im 20. Jahrhundert, mit dem auf hellsichtige Weise die verschiedenen Selbstbilder der Stadt, aber auch die Bedeutung des Fremdenverkehrs für Wien analysiert werden. Nach dieser Grundlegung des "Wiener Parcours" geht es zunächst chronologisch weiter - mit der Geschichte bis 1918, die unter dem Leitbegriff "Populismus" abgehandelt wird, und der Darstellung des "Roten Wien" -, ehe wieder thematisch orientierte Abschnitte folgen, etwa über die "Wiener Moderne" oder die "unbegrenzte Großstadt".

Mattls setzt in seinem Buch die neuen Konzepte der (urbanen) Cultural Studies auf souveräne Weise um, und so gelingt es seinem anspruchsvollen und doch sehr gut lesbaren Text, die ausgetretenen Pfade der herkömmlichen Wien-Geschichten zu umgehen. Neue Perspektiven auf die jüngere Geschichte Wiens werden erschlossen, vom ausgesuchten Bildmaterial klug illustriert. Mehr kann man von einer so knappen und bewusst populär gehaltenen Darstellung nun wirklich nicht erhoffen - außer dass sie auch eine entsprechend große Leserschaft findet.

Klaus Taschwer in FALTER 42/2000 vom 20.10.2000 (S. 23)


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