Die Schlächter der Erinnerung
Essays über den Revisionismus

von Pierre Vidal-Naquet, Alice Pechriggl

€ 22,00
Lieferung in 2-7 Werktagen

Übersetzung: Alice Pechriggl
Verlag: Facultas
Format: Taschenbuch
Genre: Philosophie/Allgemeines, Lexika
Umfang: 221 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.06.2002

Rezension aus FALTER 30/2002

Wer es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat, die Wissenschaft als Waffe zu gebrauchen, um die Leugnung des Holocaust zu bekämpfen, braucht einen sehr sehr langen Atem. Ganze fünfzehn Jahre hat es gedauert, bis die Aufsätze des französischen Historikers Pierre Vidal-Naquet auf Deutsch erschienen sind. In insgesamt fünf Essays widerlegt der Pariser Historiker nicht nur die Mythen der Holocaust-Leugner bis ins kleinste Detail, sondern zeigt von der "Gaskammer-Lüge" bis zur Behauptung, der Völkermord sei eine Erfindung der alliierten, besonders der zionistischen Propaganda, die "revisionistische Methode" auf, die die Massenvernichtungen in Auschwitz in letzter Konsequenz als Konstrukt einer jüdisch-zionistischen Weltverschwörung darstellt. Besonders ausführlich widmet sich der Historiker Vidal-Naquet dem französischen Revisionisten Robert Faurisson, der Anfang der Achtzigerjahre im französischen Rundfunk die Verbrechen des Holocaust als "Teil einer geschichtlichen Lüge" bezeichnete. "Die Schlächter der Erinnerung" beschäftigt sich aber nicht nur mit einschlägig bekannten Revisionisten. Das Werk zieht auch einen Vergleich zwischen deren Strukturen und denen einer religiösen Sekte. Auch der amerikanische Wissenschafter und Anarchist Noam Chomsky wird dafür, dass er den Revisionisten Faurisson mit dem Argument der freien Wissenschaft in Schutz nahm und sogar das Vorwort zu einem seiner Bücher schrieb, heftig kritisiert.

Wer Vidal-Naquets Ausführungen liest, mag sich im ersten Moment wundern, weshalb es zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch nötig ist, die wirren Theorien der Leugner oder Verharmloser des Holocaust wieder und wieder aufs Neue mit Fakten zu widerlegen. Aber, wie Vidal-Naquet meint, "last, but not least, ist es die Aufgabe der Historiker, die historischen Fakten den Ideologen, die sie missbrauchen, aus den Händen zu nehmen".

Nina Horaczek in FALTER 30/2002 vom 26.07.2002 (S. 11)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb