Schwarz.Buch
Kulturpolitische Protokolle Band 1. Mitarbeit: Ulrike Stecher

von Gerhard Ruiss

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: edition selene
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 4/2000

Menschen, die die Aussendungen von IG-Autoren-Geschäftsführer Gerhard Ruiss nicht sofort archivieren, können nun mit dem "Schwarz.Buch" sozusagen Ordner plus Inhalt in einem erwerben. Der Komplettismus, dem das voluminöse Werk huldigt, gewinnt in der vollständigen Auflistung diverser Unterschriftenlistenunterzeichner zwar parodistische Züge; andererseits ist es aber gerade die minutiöse Dokumentation des medialen kulturpolitischen Alltags, die den Band auszeichnet. Geordnet nach nicht immer brauchbaren Stichworten, findet man hier von "Anschlagzeile" (diverse Aufrufe und Artikel rund um die erste Briefbombenserie) bis zu "Zweitversuch" (die Freiheitlichen und die Kunst) alles, wozu sich die IG-Autoren in den letzten Jahren geäußert haben (und das ist bekanntlich nicht wenig). Sehr hilfreich das Register: Wittmann schlägt Haider, und ich komme so oft vor wie Reinhold Messner, aber öfter als Peter Pacult.Kein besonderer Freund diverser Weiß- und Schwarzbücher ist Oliver Marchart. Dessen kulturpolitische Artikel sind nun, mit ausführlicher Einleitung versehen, in "Das Ende des Josephinismus" versammelt. Marcharts Plädoyer für eine ausschließlich demokratiepolitisch argumentierende Kulturpolitik gehört zu den mit Abstand interessantesten Auslassungen, die in letzter Zeit zu diesem Thema erschienen sind. Mitunter polemisch, aber angenehm uneitel schreibt Marchart gegen den Josephinismus in der Kulturpolitik, der sich etwa in Weißbüchern und anderen Ratschlägen an den "Fürsten" oder in der Klage darüber manifestiert, die Kultur habe mit dem Kulturminister ihren wichtigsten Lobbyisten verloren. Für den Staat bleibt dennoch genug zu tun. Denn die Herstellung medialer Öffentlichkeit (und um nichts anderes muss es, so Marchart, der Kulturpolitik gehen) ist nicht auslagerbar.

Klaus Nüchtern in FALTER 4/2000 vom 28.01.2000 (S. 62)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Das Ende des Josephinismus (Oliver Marchart)

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