Liebe & Napalm
The Atrocity Exhibition

von J G Ballard, Thomas Ballhausen

Derzeit nicht lieferbar

Übersetzung: Carl Weissner
Verlag: MILENA
Format: Taschenbuch
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 250 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.02.2015

Rezension aus FALTER 7/2009

Endzeitprosa

Durch die Verfilmung von "Crash" wurde der britische Autor J.G. Ballard auch einem breiteren Publikum bekannt. Seine von Sexualität, Krieg, Technik und Tod bestimmten Texte haben dadurch aber nicht unbedingt eine größere Leserschaft gewonnen. Die von der Lektüre ausgelöste Verstörung ist tatsächlich keine geringe, zumal bei "Liebe & Napalm", das vom rührigen Milena Verlag in der Reihe "exquisite corpse" neu aufgelegt wurde. "Ballards Fetischismus springt zwischen beiden Polen, der Aufladung des Todes mit sexueller Energie und der mitunter tödlichen Unterbrechung des ungehemmten Lebens", schreiben Thomas Ballhausen und Thomas Edlinger in ihrem Nachwort.
"Liebe & Napalm" ist ein wildes Textgeflecht aus düsteren Fantasien, Albträumen und den Geschehnissen an einer psychiatrischen Klinik – wobei sich kaum je mit Gewissheit sagen lässt, zu welcher Gruppe welche Szene gehört. Auch die Identitäten erweisen sich als höchst brüchig. Der zunächst als Arzt eingeführte Protagonist Travis tritt später als Talbot oder Traven in Erscheinung und weist selbst schwerst psychopathische Züge auf.
Die Stimmung des Buches ist von Kälte und Paranoia bestimmt. Sexualität hat sich weitestgehend vom Körper losgelöst und bezieht sich vor allem auf die Dingwelt und das Imaginäre. Wohlgemerkt: Zu diesem Befund kam Ballard 1970. Grausig gut.

Sebastian Fasthuber in FALTER 7/2009 vom 13.02.2009 (S. 18)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb