Rote Markierungen für das 21. Jahrhundert

von Josef Cap, Heinz Fischer

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Löcker
Erscheinungsdatum: 01.01.1998

Rezension aus FALTER 8/1999

Ab durch die neue Mitte?/Blair oder Marx? - "Markierungen"

Am Third-Way-Summit in New York waren Österreichs Sozialdemokraten nicht vertreten. Und auch in der großen Reportage über die neue europäische Linke, die das US-Magazin Newsweek Ende letzten Jahres veröffentlichte, blieben Klima und seine Genossen unerwähnt. Steht die österreichische Sozialdemokratie also eher auf seiten der linken Tradition? Oder geht auch sie den Weg hin zur linken Mitte? Oder war sie immer schon dort?

Zur Orientierungshilfe bietet sich seit kurzem der Sammelband "Rote Markierungen für das 21. Jahrhundert" an, herausgegeben von Josef Cap und Heinz Fischer. Das umfangreiche Buch erschien als "Band 5 der Abteilung 4 der Sozialistischen Bibliothek", und auch bei der Abfolge der Beiträge bzw. ihrer Autoren herrscht Prinzipientreue - nämlich eine streng alphabetische. Programmatisch indes geht es ziemlich durcheinander: Während Caspar Einem fordert: "Unseren Grundsätzen treu bleiben!", kokettieren andere Autoren mit der Modernisierung. Aber: "Was macht einen modernen Politiker aus?" Das fragt sich auch Josef Cap und weiß die Antwort: "Daß er seine politischen Ziele erreicht und Erfolg hat!" Das wiederum brauche eine "moderne Politik, sehr moderne beziehungsweise besonders moderne". Und mehr politisches Gefühl - wie es Tony Blair nach dem Tod von Lady Di vorbildlich gezeigt habe. Caps Credo: "Waschmittelverkäufer ist kein unehrenvollerer Beruf als Politiker."

Angesichts solcher Blair-Adorationen nimmt es auch nicht wunder, daß der Wiener Journalist Robert Misik sein informatives Büchlein über die neue europäische Linke mit "Die Suche nach dem Blair-Effekt" übertitelt hat. Darin finden sich einige seiner profil- und Format-Beiträge in leicht modifizierter Form wieder, ergänzt um grundsätzlichere ideologische und wirtschaftspolitische Erwägungen. Offensichtlich werden dabei nicht nur die inneren Widersprüche der europäischen Sozialdemokraten, sondern vor allem auch die eines Format-Redakteurs, dem der (wissenschaftliche) Marxismus nicht so einfach aus dem Kopf geht wie einem Josef Cap.

in FALTER 8/1999 vom 26.02.1999 (S. 10)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Die Suche nach dem Blair-Effekt (Robert Misik)

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