Mundial
Gebete an den Fussballgott

von Franzobel

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Illustrationen: Carla Degenhardt
Verlag: Droschl, M
Format: Taschenbuch
Genre: Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
Umfang: 136 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

'Kurze, launige Reflexionsanekdoten, leicht witzig, leicht übertrieben, aus dem vollen eigenen Erleben heraus, versetzt mit Kulinarisch-Alkoholischem sowie mit komischen Zitaten, gaudig illustriert.' (Der Standard)
Fußball, argumentieren die Sportverächter und Wadelbeißer, ist brutal und stumpfsinnig, fördert Fremdenhass, Grölgesang und schlechten Ton: 'Du Oaschloch schleich di!' Fußball, näseln die Tennisspieler, ist ein Proletensport. Die Stadien sind Nester für die Radikalen, mit Rechtsaußen voll, mit Biergesang und Knittelvers. Der Trieb wird ausgelebt, der stumpfe Sinn, das animale Anormale. Das ist der eine Fuß, das Standbein aller Gegner.
Spielt man den Ball der anderen Seite zu, dann ist erstaunlich, welche Massenwirkung Fußball hat. Ist es ein Trieb nach Sippe, nach Gemeinschaft, menschelnder Wärme und Brut, der die Anhänger zu den Vereinen strömen läßt? Jedenfalls wird hier eine Ordnung vorgelebt mit einem System von Gut und Böse, einigermaßen festen Regeln, einer in Punkten messbaren Zählbarkeit, die in anderen Segmenten der Gesellschaft ins Wanken, ins Undeutliche geraten ist. Im Fußball steht sie fest. Es gibt eine Tabelle, Nah- und Fernziele, den Abstiegskampf, die Meisterschaft. Und das sind Dinge, über die man reden kann, ohne sich gleich veräußern zu müssen; man kann Farbe bekennen, ohne sich deshalb gleich in eine Haltung zu versteifen. Ein Thema für Schriftsteller?
Wenige Autoren sind so prädestiniert, über Fußball zu sprechen, wie der Autor, dessen Pseudonym aus dem Ergebnis eines Fußballspiels Frankreich gegen Belgien entstand: Fran2:0Bel. Er umspielt, foult, säbelt, versenkt, sammelt Karten – Franzobel nähert sich dem Thema von allen Seiten!

Rezension aus FALTER 21/2002

Man darf nicht alles glauben, was in Klappentexten steht: Es stimmt etwa nicht, dass der Künstlername Franzobel auf das Ergebnis eines Länderspiels Frankreich gegen Belgien (Fran2:0Bel) zurückgeht; Franzobel ist weder eingeschriebenes Mitglied beim argentinischen Fußballverein Boca Juniors noch mit dem früheren Kärntner Stürmer Gogo Golautschnig "eng befreundet". Wahr hingegen ist, dass nun auch Franzobel ein Fußball-Buch im Sortiment hat: Es heißt "Mundial", ist rechtzeitig zur Fußball-WM erschienen und versammelt 19 Texte, die großteils für die Presse geschrieben wurden (eine Quellenangabe sucht man in dem insgesamt schlampig edierten Band allerdings vergeblich). Das sympathische kleine Buch enthält zwar keine "Gebete an den Fußballgott" (auch Untertiteln ist nicht immer zu trauen), dafür aber originelle Gedanken über deutschen Fußball, Schiedsrichter, weibliche Teamchefs und andere Abwegigkeiten. Auch die Frage, warum sich gerade Schriftsteller so gern mit Fußball beschäftigen, lässt Franzobel nicht unbeantwortet: "Man kann darüber reden, ohne sich gleich zu veräußern."

Wolfgang Kralicek in FALTER 21/2002 vom 24.05.2002 (S. 53)


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