Wolfsnächte
Roman

von Vlado Zabot

€ 19,50
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Übersetzung: Erwin Köstler
Verlag: Drava
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Umfang: 264 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 49/2000

Zäh ist der Winter in den slowenischen Bergen. Was bleibt Rafael Meden, dem Organisten und Mesner einer verwaisten Hügelkirche in Vrbje, also viel anderes übrig, als sich die Zeit mit Schlafen und Schnapssaufen zu vertreiben. Dabei sinniert er darüber nach, warum es mit einer Karriere als Musiker nicht so recht klappen wollte. "Die Träume von früher lagen in Fransen", schreibt Vlado Zabot in seinem Roman "Wolfsnächte", und das ist doch wirklich nett ausgedrückt. Zu tun hat Rafael nicht viel. Der Pfarrer ist schon seit längerer Zeit auf mysteriöse Weise verschwunden. Auch der Bitte um Ersatz wurde nie nachgekommen.
Eine Wende nehmen die Dinge, als eines verschneiten Winterabends plötzlich Rafaels einstiger Musikprofessor in Begleitung einer "Schülerin" auftaucht, um angeblich im Auftrag des Dekanats einen Kirchenchor zusammenzustellen. Nachdem Meden im Dorfwirtshaus wegen dieses Besuchs vor einer Verschwörung gewarnt worden ist, gehen im Pfarrhof und der Kirche seltsame Dinge vor sich. Professor und Schülerin greifen statt zum Weihnachtsschmuck zu heidnischen Insignien, besetzten die Krippe mit satyrengleichen Figuren und nehmen von Rafael in einer ebenso obszönen wie erotischen Weise Besitz. Der geplagte Organist wird in einen Strudel fortschreitenden Wahnsinns gezogen, an dem auf seltsame Weise ganz Vrbje verstrickt zu sein scheint.
Ist es bloßParanoia oder doch berechtigtes Misstrauen, wovon Rafael gequält wird? Sind Professor Michnik und seine Jemima nun tatsächlich Weidengeister, wie es der Dorftratsch behauptet, oder lassen bloß Winterdepression und Alkoholismus seine Sinne schwinden? Eine Antwort gibt es nicht, doch versteht es der 1958 in Safarsko geborene Vlado Zabot die Geschichte durch eine dichte und berührende Sprache am Köcheln zu halten. Dabei beschreibt "Wolfsnächte" nicht nur ein Einzelschicksal, sondern ist auch ein Buch über die Kraft von Rauschmitteln wie Mythen, Riten und Religionen.

Edgar Schütz in FALTER 49/2000 vom 08.12.2000 (S. 62)


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