Wege zur Integration
Was man gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit tun kann

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Drava 2001

Rezension aus FALTER 26/2001

Zwei neue Veröffentlichungen von zwei ehemaligen "Falter"-Redakteuren: Patrik Volf zeigt Wege zur Integration von Ausländern auf und Oliver Lehmann, gemeinsam mit der Historikerin Traudl Schmidt, die braunen Flecken der SPÖ im Fall Dr.Heinrich Gross.

Studien sind oft lang, langweilig, und beschreiben Probleme in aller Ausführlichkeit zwar - bieten aber keine Lösungen an. Das Buch "Wege zur Integration - Was man gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit tun kann" versucht hingegen, nicht nur zu analysieren, sondern auch Anworten zu geben. Der ehemalige Falter-Redakteur Patrik Volf fasst in der Neuerscheinung aus dem Drava-Verlag zahlreiche Studien über Migranten in Wirtschaft, Medien oder Ausbildung zusammen, macht sie auch für den Laien interessant und lesbar und entwickelt sie zu Strategien gegen Xenophobie weiter.

Beispiel Arbeitsmarkt: Die meisten Migranten arbeiten in Österreich am Bau, in der Textilbranche, im Gastgewerbe oder in Putzkolonnen - also in Billiglohnbranchen. Fast alle sind Arbeiter und überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit bedroht. Auch in der zweiten Generation ändert sich an diesem Bild nicht viel. Diese anonymen Fakten werden in dem Buch um reale Beispiele ergänzt: Ein bosnischer Radiologe durfte in Österreich nur als Pfleger arbeiten und wurde von seinem weniger qualifizierten Vorgesetzten dann auch noch gemobbt. Er wanderte nach Australien weiter.

Was kann man dagegen tun? Das praxisorientierte Nachschlagewerk listet zahlreiche Vorschläge auf: ausländische Abschlüsse anerkennen, Jobvermittler und Vorgesetzte für Gleichstellung sensibilisieren, innerbetriebliche Beschwerdemechanismen einführen. In jedem Kapitel sind außerdem internationale Modelle - Good Practice - angeführt, von denen man sich noch etwas abschauen kann: In England wacht etwa eine eigene Behörde darüber, dass die Antidiskriminierungsgesetze eingehalten werden.

Für Volf ist Integration keine Einbahnstraße: Nicht nur die Zuwanderer müssen sich einfügen, sondern auch die Aufnahmegesellschaft muss versuchen, den Migranten entgegenzukommen. Der Politikwissenschaftler Rainer Bauböck schreibt in der Einleitung zum Buch: "Integration ist ein Prozess der wechselseitigen Anpassung und Veränderung zwischen der aufnehmenden und der aufzunehmenden Gruppe."

Eva Weissenberger in FALTER 26/2001 vom 29.06.2001 (S. 16)


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