Lexikon der Sabotage
Betrug, Verweigerung, Racheakte und Schabernack am Arbeitsplatz

von Bernhard Halmer, Peter A Krobath

€ 18,00
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Verlag: Sonderzahl
Format: Taschenbuch
Genre: Sachbücher/Lexika, Nachschlagewerke/Listenbücher
Umfang: 184 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.09.2008

Rezension aus FALTER 49/2008

Was man in der Arbeit alles machen kann! Außer für die Firma malochen, versteht sich. In die eigene Tasche roboten ist etwa eine beliebte Möglichkeit. Das "Lexikon der Sabotage" von Bernhard Halmer und Peter A. Krobath reicht von den ­Robin Hoods der Belegschaft über die gewieften Zwischenhändler verschwundener Ware bis zu beinharten Saboteuren. Es treten auf: die Journalistin, die durch subversive Arbeitsverweigerung ihre geschasste Kollegin rehabilitiert; der Elektromonteur, der energieintensive Hanfplantagen per Zurückschrauben des Stromzählers fördert; Verkäufer und Handwerker, die mit Firmenware einen schwunghaften Handel betreiben.
Manchen geht es zu weit, etwa dem Kellner, dessen Kollegen das Essen unliebsamer Gäste mit Fäkalien versauen. Die meisten berichten aber von Fällen, in denen für alle Beteiligten alles wie geschmiert läuft. Manchmal profitiert sogar die Firma – die Mitarbeitermotivation steigt. Ein eifrig pfuschender Fahrradmechaniker bringt es auf den Punkt: "So tauschten wir gestohlene Arbeitszeit gegen gestohlene Ware und fühlten uns alle besser."
Der Wohlfühlfaktor beim Leser hält sich aus stilistischen Gründe allerdings in Grenzen. Es sei schwierig gewesen, Menschen zu finden, die über ihre nicht immer legalen Praktiken erzählen, schreiben die Autoren im Vorwort. Dafür dürfen sie es dann in ihren eigenen Worten tun, und die holpern manchmal schon beträchtlich. Andererseits vermittelt der O-Ton das Gefühl der Authentizität – selbst wenn manches übertrieben oder gut erfunden scheint. Dass sie keine Möglichkeit hatten, die Geschichten und Gschichteln zu überprüfen, gestehen Halmer und Krobath offen ein.
In diesem Buch erfährt man aber nicht nur etwas über Schikanen und Schabernack, sondern so nebenbei auch einiges über unbekannte Berufswelten: etwa jene eines Schiffskochs, einer Peepshow-Stripperin oder eines Klopapiervertreters. Eines können auch versierte Betriebswirte hier lernen: Rache mag süß sein, für den Betrieb ist sie sauteuer. Kaum etwas kostet ein Unternehmen so viel wie ein unbeliebter Chef.

Andreas Kremla in FALTER 49/2008 vom 05.12.2008 (S. 24)


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