Gegen einsam

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Manuel ist durchschnittlich. Er ist durchschnittlich groß, durchschnittlich schwer und hat einen durchschnittlichen Beruf. Bloß in einem will er nicht durchschnittlich sein: Siebzehntausend Dinge besitzt ein Mensch im Durchschnitt, und Manuel hat sich zum Ziel gesetzt, vierunddreißigtausend Dinge zu besitzen. Das ist sein Versuch, sich gegen die Einsamkeit zu wehren. Maja ist ebenfalls einsam. Ihre Arbeit ist langweilig, ihre beste Freundin ist eine taubstumme ältere Dame, ihre Freizeit verbringt sie damit, WG-Zimmer zu besichtigen. Anders als Manuel, der Gegenstände sammelt, sammelt sie Begegnungen.Als die beiden aufeinandertreffen, wissen sie zunächst nichts miteinander anzufangen, so unterschiedlich sind ihre Lebensentwürfe. Doch bald schon spüren sie, was sie für einander sein können und versuchen, mehr unbewusst als bewusst, gegen das Einsamsein anzukämpfen. Die Folgen für beide sind nicht absehbar.Daniela Meisels Porträt zweier sonderbarer Außenseiter packt und berührt gleichermaßen. Mit viel Gespür für Stimmungen und die Nähe von Skurrilem und Tragischem eröffnet sie ein Pandämonium an Innenwelten.

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FALTER-Rezension

Toast Hawaii am Naschmarkt

Einsamkeit hat viele Namen / Viele Namen und mehr als ein Gesicht." Was Schlagertragöde Christian Anders so prägnant formulierte, daran arbeitet sich die Österreicherin Daniela Meisel in ihrem Debütroman ab. "Gegen einsam" greift zwei solcher Namen und Gesichter aus dem Großstadtgewirr heraus und lässt in den Alltag zweier Menschen blicken, die kaum Umgang mit anderen pflegen, deren Umlaufbahnen sich im Laufe der Handlung jedoch einander annähern.
Da ist zum einen Manuel – Mitte 30, Postbeamter und so unauffällig, dass sich niemand sein Gesicht merken kann. Als einzigen Spleen leistet er sich Toast Hawaii als Leibspeise. Ansonsten ist er so durchschnittlich, dass es weh tut. Bis die Dinge in seinem Leben die Oberhand gewinnen: Irgendwann hat er gehört, der durchschnittliche Mensch besitze – vom Geschirr bis zum Handtuch – 17.000 Gegenstände. Eines Tages beschließt er, in eine größere Wohnung zu übersiedeln und darin 34.000 Gegenstände anzusammeln.
Und da ist Maja, die in einer Kanzlei arbeitet, aber erst am Wochenende aufblüht, wenn sie sich um ein paar Jahre jünger macht und sich als Studentin auf Wohnungssuche ausgibt. Sie besichtigt WG-Zimmer, spricht mit den Vermietern und taucht für ein, zwei Stunden in deren Leben ein. Meist würde sie die Zimmer bekommen, doch hat sie ohnehin eine eigene Wohnung. Was sie braucht, ist die Bestätigung, von anderen akzeptiert zu werden. Näher möchte sie ihren Mitmenschen lieber nicht kommen.
Mit Manuel ist es für Maja anders. Einmal ein Mann, der nichts von ihr will, der sogar verwundert ist, dass sie ihn als Verbündeten zu ihren Besichtigungen mitschleift oder zum Naschmarkt entführt. Am Ende werden sich die Wege der beiden wieder trennen, doch Manuel und Maja nicht mehr dieselben sein. Das merkt man auch daran, dass der Roman auf den letzten Seiten plötzlich Fahrt aufnimmt. Die Autorin nimmt ihre Figuren sehr ernst, kann im Zweifelsfall aber auch über deren Kauzigkeiten lachen. In Bezug auf Manuel muss man sich als Leser mitunter ermahnen, es ihr gleichzutun. Maja hingegen dürfte gleich einziehen. Aber die will ja nicht. Die Dinge bleiben kompliziert.

Sebastian Fasthuber in Falter 9/2012 vom 02.03.2012 (S. 38)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783854526797
Erscheinungsdatum 01.02.2012
Umfang 216 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Picus Verlag
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