Erklär mir die Finanzkrise!

Wie wir da reingerieten und wie wir wieder rauskommen
€ 15
Lieferung in 2-5 Werktagen
-
+
Kurzbeschreibung des Verlags:

Warum werden auf freien Gütermärkten oft großartige Waren produziert, auf freien Kapitalmärkten aber Ungleichheit und brandgefährliche Instabilität? Weshalb ist gerade die Europäische Union zum Brandherd der Wirtschaftskrise geworden? Warum steigen die Mieten? Wieso verdienen die Unternehmen besser, wenn die Löhne steigen? Würden es noch freiere Märkte schon richten? Kann der Kapitalismus überhaupt funktionieren? Und was würde geschehen, wenn es zum totalen Kollaps des Geldsystems käme? Robert Misiks neues Buch gibt auf diese und viele andere Fragen Antworten. Vor allem aber stellt der preisgekrönte Autor und Videoblogger des Standard wichtige makroökonomische Zusammenhänge und Theorien so dar, dass sie für jeden interessierten Laien verständlich sind. In fünf Kapiteln versucht der Autor, 'ein fachlich komplexes Thema, das das Leben von Millionen Menschen berührt, aber für viele unerhört kompliziert erscheint, in einfachen Worten zu erklären, ohne die Sache zu versimpeln'. Wer dieses Buch liest, wird verstehen, was in der Wirtschaft gerade vor sich geht, und muss sich nicht länger mit hohlen Phrasen von Lobbyisten, Experten, Journalisten und Politikern abspeisen lassen.

weiterlesen
FALTER-Rezension

Was ist denn da passiert? Die Finanzkrise für Dummys

Irgendwann ausgestiegen oder gar den Einstieg verpasst? Ein Buch von Robert Misik und Tipps im Netz, die helfen, die Krise zu verstehen

Als 2007 der amerikanische Häusermarkt einbrach, konnte man noch darauf hoffen, dass das alles mit einem selbst nie etwas zu tun haben wird. "Subprime-Krise", das klang noch ziemlich weit weg.
Als ein Jahr später die US-amerikanische Großbank Lehman Brothers zusammenbrach, war die Immobilien- plötzlich eine Finanzkrise. Aber immer noch ziemlich weit weg.
Mehr als fünf Jahre danach zeigt uns nicht zuletzt das Beispiel Zypern, dass die Krise nach Europa gekommen ist, um noch etwas länger zu bleiben.
Also höchste Zeit, sich in die Krise wieder einzulesen. Aber wo fängt man am besten an, wenn man bereits den Faden verloren hat? Einen tollen Überblick bietet Falter-Autor Robert Misik in seinem neuen Buch "Erklär mir die Finanzkrise."
Der Untertitel "Wie wir da reingerieten und wie wir wieder rauskommen" kündigt bereits an, was das Buch dann auch hält: Eine lockere, leicht lesbare Einführung in das Thema, die auch jenen einen guten ­Einblick bietet, die sich zuvor nicht oder nur wenig mit Wirtschaft beschäftigt haben.
Das Buch, das auf einer fünfteiligen Vortragsreihe des Autors an der Volkshochschule Ottakring basiert, ist Volksbildung im besten Sinn: So simpel geschrieben, dass es leicht zu lesen ist, dabei aber keineswegs banal.
Nach einer Darstellung und Einordnung der Ereignisse ab dem Jahr 2007 widmet sich Misik auch ausführlich den diversen Mythen über die Krise, jenen der politischen Linken, wie etwa der Zinskritik, ebenso wie jenen der Rechten, etwa dass ein Mehr an freier Marktwirtschaft die Lösung des Problems sei. Durch die verschiedenen Beispiele zeigt Misik auf, dass simple Erklärmuster dem, was sich momentan in der Wirtschaftswelt abspielt, nie gerecht werden können.
Misiks Buch ist eine gute Einführung in die Finanzkrise, nach deren Lektüre man die Wirtschaftsseiten internationaler Medien wieder mit Freude in die Hand nimmt. Schade nur, dass auf den 156 Seiten kein Platz für grafische Darstellungen war, die den Text unterstützen.

Die Krise verstehen im Internet
Visuelle Typen werden dafür auf der Homepage www.diekriseverstehen.net bestens bedient. "Wir hatten den Eindruck, dass viele der Wirtschaftskrise kaum mehr folgen können, weil das Thema komplex ist und meist nur sehr kleinteilig berichtet wird", sagt Georg Hubmann, Geschäftsführer des Jahoda-Bauer-Instituts in Linz. Also bastelte sein Institut diese Website, auf der das, was die Wirtschaftswelt bewegt, kompakt dargestellt wird.
Das Flowchart, auch Flussdiagramm genannt, beginnt beim Begriff "Staatsschuldenkrise". Klickt man auf dieses Wort, leuchten andere, damit verbundene Begriffe auf: Bei Staatsschuldenkrise sind es die Begriffe "Bankenrettung", "sinkende Steuereinnahmen, steigende Staatsausgaben" und "Staatsfinanzen und Zinsentwicklung". So werden Zusammenhänge sichtbar gemacht. Per Doppelklick auf einen der Begriffe gibt es tiefer gehende Informationen zu den einzelnen Themen und auch Empfehlungen für weiterführende Literatur.
Das Institut ist, wie am Namen erkennbar, SPÖ-nahe. Der Austromarxist und SPÖ-Politiker Otto Bauer inspirierte die Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda zu ihrer bahnbrechenden Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal" über die Folgen von Arbeitslosigkeit. Die Beiträge sind aber von unabhängigen Wissenschaftlern erarbeitet. Wer das Flowchart unten beginnt, kann sich hinaufarbeiten bis zu den großen Wirtschaftsproblemen der Welt, zu den Punkten "unregulierte Finanzmärkte", "ungleiche Verteilung" und "internationale Ungleichgewichte".

Explainity – Wirtschaft witzig erklärt
Ebenfalls grafisch, aber in Form witziger Lehrfilme nähert sich Explainity dem Thema Krise. Das deutsche Start-up, das aus einem Projekt der Leuphana-Universität Lüneburg hervorgegangen ist, hat den Anspruch, Komplexes allen von der Oma bis zum Kind verständlich zu machen.
"Den Ausschlag für dieses Projekt gab eine Studie, laut der 70 Prozent der Zuseher die Tagesschau im deutschen Fernsehen nicht mehr verstehen", erzählt Geschäftsführer Andreas Ebert. Nun erklärt Explainity auf Youtube komplexe Begriffe wie Hedgefonds, Ratingagenturen oder ähnliches aus den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Börse. Per Facebook können Explainity-Fans mitbestimmen, was sie als Nächstes gerne wissen möchten. Für den April-Clip, der derzeit gestaltet wird, fiel die Wahl auf "Spekulationsblase". Die meisten Seher hatte bis jetzt der Clip "Euro-Krise einfach erklärt", der sogar von CNN und dem chinesischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde.

Verschiedene Zugänge im Internet
Einen kleinen Wettstreit zum Erklären der Krise rief Dirk Elsner auf www.­blicklog.com/2013/02/20/blogparade-schlerfragen-­zur-eurokrise ins Leben. Ende Februar bat ein Gymnasiallehrer den Unternehmensberater und Wirtschaftsblogger Elsner, der auch für das deutsche Handelsblatt und das Wall Street Journal schreibt, ob dieser einige Fragen seiner Schüler zur Finanzkrise beantworten könne.
Elsner hatte keine Zeit für einen Vortrag an der Schule, stellte die Fragen der jungen Menschen aber zur Diskussion für andere Wirtschaftsblogger auf seine Internetseite.
Nun können Interessierte in dieser Blogparade nachlesen, wie unterschiedlich die Antworten auf Fragen wie "Wer ist schuld an der Krise?" ausfallen. Und dabei vor allem eines lernen: Es gibt zwar viel Interessantes zur Krise. Aber die letztgültigen Antworten, die fehlen nicht nur uns, sondern auch den Experten.

Nina Horaczek in Falter 13/2013 vom 29.03.2013 (S. 20)

weiterlesen
Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783854526988
Erscheinungsdatum 01.03.2013
Umfang 156 Seiten
Genre Wirtschaft
Format Hardcover
Verlag Picus Verlag
Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:
Forum Verlag Herkert GmbH
€ 90,40
Forum Verlag Herkert GmbH
€ 90,40
The Bitcoin Collective, Luis Buenaventura, Alex Gladstein, Lily Liu, Ale...
€ 12,90
Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V.
€ 24,20
Paul G. Clifford
€ 26,00