Wespennest. Zeitschrift für brauchbare Texte und Bilder / Neue Helden
nummer 129

von Walter Famler, György Dalos

€ 12,00
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Verlag: Wespennest
Genre: Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
Umfang: 120 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.12.2002

Rezension aus FALTER 5/2003

Man nehme einen linken Buchhändler, lasse ihn mit Machern einer rechtsnationalen Zeitschrift kollidieren und gegen das Böse siegen. Klingt das nicht nach jeder Menge Klischees? "Hektische Helden", der dritte Roman des Schweizers Wolfgang Bortlik, mag inhaltlich sympathisch sein, doch die politische Haltung, die er propagiert, ist ein Politanachronismus - und als solcher zum Gähnen. Mit Sätzen, so räudig wie das Interieur besetzter Häuser der Achtzigerjahre, stilisiert Bortlik einen im Denken der Autonomen versackten Intellektuellen zum Heroen und legt nahe, unbeirrbar daran zu glauben, dass die Mehrheit der Bevölkerung aus potenziellen Antifas besteht, die man nur endlich bekehren muss, und seiner herzhaften Nulltoleranz gegen rechts nachzueifern. Die letzten Reste der Bewegung mögen sich über Wolfgang Bortliks literarische Wiederholung dessen, was sie seit fünfzehn Jahren predigen, freuen. Wer aber den Kopf frei haben will, um zu überlegen, wie "linke Tugenden" in Zeiten neuer Rechtspopulisten, der Globalisierung und islamischer Terrorzellen aussehen könnten, sollte sich besser an das neue Wespennest halten.Wie sieht der zeitgemäß idealisierte Prototyp aus, der eine breite Bevölkerungsschicht uneigennützig abzuholen und den sozialpolitischen Reformstau in Europa aufzulösen vermag? Die Nummer 129 des Wespennest, dem es um "Neue Helden" geht, liefert keine Antworten, doch gelingt es ihr, die Gedanken nach allen Richtungen ausschwärmen zu lassen. Analysiert werden die grundlegenden Mechanismen der Heldenverehrung und die Funktion des Helden als Koppelung zwischen Realität und Fiktion. Verhandelt werden unter anderem Heroismus in der jungen Literatur und die Funktion feministischer Vorbilder. Beiträge über den Kult um Hitlers Sekretärin und die Rezeption der Shoah sorgen dafür, dass auch das Erbe des Faschismus dabei nicht vernachlässigt wird.

Martin Droschke in FALTER 5/2003 vom 31.01.2003 (S. 58)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Hektische Helden (Wolfgang Bortlik)

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