Psilocybinpilze der Welt
Ein praktischer Führer zur sicheren Bestimmung

von Paul Stamets, Gunther Seipel, Claudia Müller-Ebeling

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: AT Verlag
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 41/1999

Aufgrund der vorgerückten Jahreszeit ist es in diesen Höhen manchmal schon unangenehm kühl. Trotzdem sind am Hochwechsel und Semmering noch ungewöhnlich viele Touristen unterwegs, die jedoch nicht forschen Schrittes voralpine Gipfel in neuen Bestzeiten bezwingen wollen, sondern die in gebückter Haltung Almwiesen absuchen. Der Gegenstand ihres Interesses ist ein unscheinbarer, blassbrauner Pilz, der Spitzkegelige Kahlkopf. In den gängigen Pilzbestimmungsbüchern wird er entweder als ungenießbar oder giftig beschrieben. Über die verwandten Arten und Verwechslungsmöglichkeiten erfährt man meist nichts. Das ist bedauerlich, weil gefährlich und möglicherweise Absicht.
Denn diese Pilze enthalten Psilocybin, das in seiner chemischen Struktur mit Melatonin, Serotonin und anderen Neurotransmittern verwandt ist und eine erstaunliche Wirkung auf das menschliche Bewusstsein hat. In anderen Kulturen ist der Gebrauch dieser "magic mushrooms" zu kultischen Zwecken seit Jahrtausenden üblich, bei uns wurde die psychische Wirkung der Pilze erst 1957 bekannt und im Zuge des aufkommenden Hippie-Halluzinismus wiederentdeckt. Die Rauschwirkung dieser Pilze unterscheidet sich sehr von anderen legalen und illegalen Drogen, Anwender – oder Psychonauten, wie sie der Autor nennt – betonen die spirituelle Dimension der Erfahrung.
Der engagierte AT Verlag hat nun das erste deutschsprachige Bestimmungswerk zu dieser Pilzgruppe herausgebracht, wofür ihm Anerkennung gebührt. Einerseits, weil es ein gut bebildertes, ausführliches und fachlich korrektes Buch geworden ist, das auch Nichtfachmänner verstehen. Und andererseits, weil – unabhängig von der Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Gebrauchs bestimmmter Drogen – in einer offenen Gesellschaft ausreichend Wissen über diese verfügbar sein sollte.

Peter Iwaniewicz in FALTER 41/1999 vom 15.10.1999 (S. 34)


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