„Kinder im Blick“ Der Elternkurs für Trennungsfamilien

Eine wissenschaftliche Begleitforschung mit Fokus auf soziale Heterogenität und Nachhaltigkeit in der Elternbildung
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Das Leben in der heutigen Gesellschaft stellt für viele Familien eine Herausforderung dar. Gesellschaftliche Veränderungen, wie die Abkehr von traditionellen familiären Strukturen, die zunehmende Ungleichverteilung der Einkommen oder der Anstieg elterlicher Trennungen, stellen die Familien vor vielfältige Anforderungen (Bertelsmann Stiftung, 2011; Statistisches Bundesamt, 2011b). Dies kann dazu führen, dass sich Eltern verunsichert fühlen und der Informationsbedarf sowie der Wunsch nach Austausch mit gleichbetroffenen Eltern wachsen. Grundlegende Unterstützung können hier Eltern- und Familienbildungsmaßnahmen geben.
Eine Reihe von Forschungsergebnissen hat gezeigt, dass Elternbildungsangebote bisher nicht von allen sozialen Elterngruppen genutzt werden, was unter anderem daran liegt, dass die Angebote selten die differenziellen Bedürfnisse und die unterschiedlichen Hemmschwellen sozial heterogener Elterngruppen berücksichtigen (z. B. Haug-Schnabel & Bensel, 2003; Lösel et al., 2006). Dank dieser Erkenntnisse werden in Elternbildungsmaßnahmen zunehmend die Besonderheiten im Umgang mit einer sozial heterogenen Klientel beachtet. Mittlerweile finden sich neben universellen Angeboten im Elternbildungsbereich immer mehr selektive Angebote, welche sich beispielsweise an unterschiedliche Familienformen zu unterschiedlichen Themenbereichen (wie soziale Benachteiligung) richten. Der Fokus in der vorliegenden Arbeit liegt nun auf Familien in Trennung und Scheidung1 und vorhandenen Unterstützungsangeboten.
Eine Trennung kann ein kritisches Lebensereignis darstellen, welches hohe Anforderungen an die Bewältigungskompetenzen der Betroffenen stellt. Dabei hat sich die Scheidungsforschung mittlerweile von einer defizitären Sichtweise gelöst und richtet den Blick auf systemischkontextuale Zusammenhänge im Scheidungsprozess. Bei Berücksichtigung des Scheidungskontextes interessieren unter anderem die Art und das Ausmaß elterlicher Konflikte, die Gestaltung der Elternbeziehung und der Eltern-Kind-Beziehung nach der Trennung sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf die Kinder (z. B. Amato, 2000; Schmidt-Denter & Schmitz, 2002; Walper & Gödde, 2005). Die hohe Trennungsrate, Erkenntnisse aus der Scheidungsforschung sowie die Brisanz des Themas „Kindeswohl“ in öffentlichen Diskussionen haben dazu geführt, dass es mittlerweile zahlreiche Unterstützungsangebote für Trennungsfamilien auf Individual-, Paar- und Gruppenebene gibt. Ein Gruppenangebot für Eltern in Trennung ist der strukturierte Kurs „Kinder im Blick“ (KiB), welcher in der vorliegenden Arbeit genauer untersucht wird.
Da sich bisher kaum Angebote für Trennungsfamilien mit kumulativen Belastungen finden, soll die vorliegende Arbeit einen Beitrag dazu leisten, ein Wissen über die Bedürfnisse von sozial heterogenen Elterngruppen an Unterstützungsangebote für Trennungsfamilien zu gewinnen. Zudem wird der Elternkurs „Kinder im Blick“ dahingehend untersucht, ob es schichtspezifische Unterschiede in der Zufriedenheit und der Wirksamkeit des Angebots gibt. Im Teil I dieser Arbeit wird der theoretische Grundstein für die folgenden Untersuchungen gelegt. Zunächst wird eine Einführung in die veränderten Lebensbedingungen von Familien gegeben, wobei insbesondere auf soziale Benachteiligung als besondere familiale Herausforderung eingegangen wird (Kapitel 2). Im Weiteren wird die Elternbildung in Deutschland beschrieben, wobei der Fokus auf dem Umgang mit sozialer Heterogenität in der Elternbildung und den damit verbundenen Herausforderungen liegt (Kapitel 3). Das Augenmerk dieser Arbeit liegt auf Familien in Trennung und Scheidung und so wird anschließend die Situation von Trennungsfamilien und mögliche Auswirkungen einer Trennung auf die Betroffenen anhand der aktuellen Forschungslage diskutiert (Kapitel 4), um anschließend vorhandene Unterstützungsangebote auf Individual-, Paar- und Gruppenebene vorzustellen (Kapitel 5). Im Teil II wird auf den strukturierten Elternkurs „Kinder im Blick“ für Trennungsfamilien und dessen wissenschaftliche Begleitung einge- gangen. Anhand dreier Studien wird die derzeitige Forschung zu KiB vorangetrieben. In Studie 1 wird die Reichweite und Bedarfsangemessenheit des Elternkurses untersucht. In Studie 2 wird die Akzeptanz und Zufriedenheit sowie die Umsetzung des Trainings in die Praxis analysiert. Schließlich wird in Studie 3 die langfristige Wirksamkeit von KiB überprüft – die kurzfristige Wirksamkeit wurde bereits bestätigt (Krey, 2010).

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783863872571
Ausgabe 1. Aufl.
Erscheinungsdatum 01.02.2013
Umfang 302 Seiten
Genre Pädagogik
Format Taschenbuch
Verlag Mensch & Buch