The Big Sleep
Der große Schlaf. Die englische Originalfassung ungekürzt

von Raymond Chandler

€ 20,50
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Gelesen von: Elliott Gould
Verlag: Bertz und Fischer
Format: Audio CD
Genre: Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage
Umfang: 370 Minuten
Erscheinungsdatum: 06.10.2008

Rezension aus FALTER 13/2009

Wer nur Howard Hawks' Verfilmung von Raymond Chandlers "The Big Sleep" kennt, wird sich etwas wundern: Was dort in lakonischer Film-noir-Ästhetik daherkommt, ist in Chandlers Roman aus dem Jahr 1939 sprachlich geradezu opulent ins­trumentiert. Nachzuhören sind die erzählerischen Volten um den melancholischen Private Eye Philip Mar­lowe nun gleich doppelt: Zum einen im englischen Original mit Elliott Gould, der 1973 Philip Mar­lowe in Altmans "Der lange Abschied" spielte und hier in geradezu gelassenem, abgeklärtem Ton die Geschichte um Erpressung, Mord und Tragödien griechischen Ausmaßes vorträgt. Zum anderen in deutscher Übersetzung, gelesen von Christian "De Niro" Brückner.
Allerdings verleiht Brückner schon allein durchs Timbre seiner Stimme dem Text mehr Pathos, als diesem guttut. Und durch die spürbare schauspielerische Gestik hinterm Mikrofon werden die feinziselierte Komposition und der sprachliche Reichtum des Textes fast ein bisschen zu aufdringlich ausgestellt. Wenn Brückner etwa zu Beginn bei Marlowes Begegnung mit einer der Töchter des Millionärs General Sternwood diese wie ein dummes Hühnchen plappern lässt, nimmt er dem Hörer zu viel der eigenen Interpretationsarbeit ab.
Anders dagegen Elliott Gould: ebenfalls in stimmlich tiefer Lage, aber ohne den Willen, dem Text seinen Stempel aufzudrücken. Die Wirkung ist umso größer.
Zum 50. Todestag von Raymond Chandler klotzen die Hörbuchverlage. Noch weitere Werke des 1888 in Chicago geborenen Meisters des Hardboiled-Krimis kann man sich in den CD-Spieler schieben: Der Schauspieler, Radiosprecher und Krimiautor Gert Heidenreich liest "Der lange Abschied"; der alte Fassbinder-Darsteller Günter Lamprecht bringt die Kriminalstory "Nevada-Gas" zu Gehör, und Elliott Gould demonstriert uns noch einmal in "Farewell, My Love" wie sich Chandler, der seine Vorliebe für englische Literatur mit amerikanischer Schnoddrigkeit verband, im Original anhört: sehr cool.

Ulrich Rüdenauer in FALTER 13/2009 vom 27.03.2009 (S. 20)


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