Die Göttliche Komödie

von Dante Alighieri

€ 39,20
Lieferung in 2-7 Werktagen

Übersetzung: Ida von Wartburg
Übersetzung: Walther von Wartburg
Gelesen von: Rolf Boysen
Verlag: Der Hörverlag
Format: Audio CD
Genre: Belletristik/Lyrik
Umfang: 370 Minuten
Erscheinungsdatum: 04.03.2009

Rezension aus FALTER 28/2009

Hand aufs Herz: Wer hat sie wirklich gelesen – Dante Alighieris
"Göttliche Komödie", jene gigantische Verserzählung über eine Reise in die Unterwelt zum Zwecke der Läuterung? Vielleicht schafft man es, diese Lücke jetzt dank Rolf Boysen zu füllen. Schieben wir vorerst einmal alles beiseite, was man eigentlich über Dante Alighieris "Göttliche Komödie", dieses prominente Stück Weltliteratur aus dem frühen 14. Jahrhundert, wissen muss: dass mit ihren toskanisch leichtfüßigen Terzinen die volkssprachliche Literatur ihren Anfang nimmt und das bis dahin alles beherrschende Latein hinter sich lässt; dass sie ein Kompendium mittelalterlichen Wissens ist; dass Dante die gesamte Geschichte seiner Vaterstadt Florenz, die ihn verbannt hat, darin aufblitzen lässt – und dass er beherzt aus der Antike geklaut hat, wie im Mittelalter üblich.
Erinnern wir uns stattdessen an das, was bis heute fasziniert: die gewaltige Architektur dieser Jenseits-trichter, die Dante entwirft. Sie zu begehen, erfordert Mut, die Anblicke zu ertragen, Distanz. Rolf Boysen ist für den getragenen Schauerstoff der perfekte Vermittler. 2007 hat der gebürtige Flensburger, der noch unter Regiegrößen wie Fritz Kortner und Erwin Piscator auftrat, am Bayerischen Staatsschauspiel München seinen Dante aus voller Seele im Alleingang eingesprochen: Bebend vor Einfühlung, fast bricht dem 87-Jährigen mitunter absichtsvoll die Stimme; dann stockt er oder zieht das Tempo frisch an, um wuterregt das Dante'sche Horrorkabinett wie Skulpturen aus dem Sündenpfuhl in schillernder Intonation herauszuarbeiten – ganz Rhapsode, der warnen will. Diese Geste mag in unserer gottzurückgenommenen Moderne an Kraft eingebüßt haben, aber Boysens unverbrauchte Ein-
manninterpretation hilft, sich abermals auf die gruseligen Bilder einzulassen, die über Jahrhunderte Künstler wie Auguste Rodin oder Gustave Doré inspiriert haben. Rolf Boysen nun skandiert diesen Versrausch in hohem Ton, ohne dabei gespreizt zu klingen. Und so erlebt man Dantes "Göttliche Komödie" wie durch ein Prisma, welches ein aus fernen Epochen einfallendes Licht in bunte Strahlen aufbricht.

Anja Hirsch in FALTER 28/2009 vom 10.07.2009 (S. 17)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb