Eiszeit
Wie ein Professor, ein Politiker und ein Dichter das ewige Eis entdeckten

von Edmund Blair Bolles, Astrid Becker

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Verlag: Argon
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 51-52/2000

Weihnachten 1912, Südpol. Minus sechzig Grad, orkanartige Stürme, ein Viermannzelt, darin fünf Engländer. Am Speiseplan: geschmorte Pinguinleber mit Johannisbeergelee, Plumpudding, Likör und Minzpastete. Das schwere Erbe der englischen Küche, den Erfrierungstod vor Augen - so wurden Robert Scott und sein Team zu Helden der englischen Nation. In dem Buch "In den eisigen Tod. Robert F. Scotts letzte Fahrt zum Südpol" schildert die Historikerin Diana Preston die skurille Tragik dieser Expedition. Scott wollte als Erster den Südpol erobern, der unvergleichlich professionellere Amundsen leider auch. In schnurgerader Linie raste dieser mit Hundeschlitten zum Pol und hisste die norwegische Flagge einen Monat früher am Anus Mundi. Anders die Engländer. "Keine Reise, die je mit Hunden unternommen wurde, kann dem Gipfel jener schönen Vorstellung nahe kommen, die erreicht wird, wenn eine Gruppe von Männern loszieht", schrieb Scott. So zogen sie ihre Schlitten selber. Nach über 2000 Kilometer erfroren sie 1913 nur 20 Kilometer vor einem Zwischenlager. Dort hätten sie noch einmal Kraft tanken können.Nicht weniger frostig ist das Buch "Eiszeit. Wie ein Professor, ein Politiker und ein Dichter das ewige Eis entdeckten" von Edmund Blair Bolles. Der New Yorker beschreibt darin, wie im 19. Jahrhundert die anfänglich versponnene Idee einer Eiszeit allmählich akzeptiert wurde. Zuvor wurden viele geologische Erscheinungen durch Sintflut erklärt. Auch die fatale Hypothese vom eisfreien Polarmeer wurde damals endgültig widerlegt. Jahrzehntelang fuhren leicht bekleidete Herren mit Skorbut und Hoffnung auf wärmere Gefielde in die Arktis und kamen meist nicht zurück. Ihrem Wagemut verdanken wir heute die Gewissheit, dass es in Polnähe kalt ist. Zwei abenteuerliche Wissenschaftsgeschichten, zwei frostige Bücher. Gedenken Sie der wackeren Männer in ihren tollkühnen Schlitten, und vergessen Sie bei der Lektüre nicht auf eine Tasse heißen Pfefferminztee.

Franz Gutsch in FALTER 51-52/2000 vom 22.12.2000 (S. 88)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

In den eisigen Tod (Diana Preston)

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