Liebe Hanna Deine Anna
Briefe über Liebe und Literatur

von Hanna Mittelstädt, Anna Rheinsberg

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Verlag: Edition Nautilus GmbH
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Briefe, Tagebücher
Umfang: 224 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Zwei Frauen schreiben einander Briefe, um sich ihr Verständnis von Erotik, Männer- und Frauenrollen, Sex, Begehren und all dem verdammten Zeug zu erklären. Die eine ist Schriftstellerin, die andere Verlegerin. Ein Jahr lang berichten sie wechselseitig von dem, was sich tut und was sich nicht tut. Entstanden ist ein Erfahrungsaustausch über das Schreiben und die Verlegerei, über Lebenspartner und kurzfristige Liebschaften, über Bücher, Filme, Poesie etc. Die Liebe taucht auf und ab, je nach Gegebenheiten, aber das Begehren bleibt. Die jeweilige Arbeitssituation und die Ausflüchte, die eigene Geschichte und die aufrechterhaltenen Utopien, die alltäglichen Banalitäten und die großen Wünsche – all das tauschen die beiden unverblümt und freimütig aus. Die Schriftstellerin arbeitet an ihrem Roman, die Verlegerin an einem aufwendigen Lektorat, aber auch sie schreibt nebenher. Gegenseitige Kritik und Ermunterung erhalten ihnen Arbeitsfreude und schöpferische Kraft. 'Liebe Hanna, Deine Anna' ist ein intimer Bericht aus dem Leben zweier Frauen, die ihre Eigenart und ihre Freiheit zu bewahren suchen und der Frage nachgehen: Was macht uns stärker, klüger und glücklicher? Hanna Mittelstädt, geboren 1951 in Hamburg, lebt in Hamburg. Mitbegründerin und heute noch unermüdliche Büchermacherin der Edition Nautilus.

Rezension aus FALTER 36/1999

Eigentlich hatte Margarete Steffin selbst Ambitionen als Schriftstellerin gehabt. Aber als sie 1941, gerade 33 Jahre alt, in Moskau an Tuberkulose starb, trug ihr Werk den Namen eines anderen. Bert Brecht war Steffins langjähriger Geliebter und hatte es - wie bei vielen anderen Frauen auch - geschafft, ihre Kreativität und Kraft voll für sich einzunehmen. "ich hatte 50 seiten eines grossartigen kriminalromans geschrieben", schrieb Steffin 1934 an Walter Benjamin. "nach dem lesen sagte er", Brecht, "ich sollte mir das nochmal durch den kopf gehen und vor allem liegen lassen!" Brecht bestand darauf, dass sich Steffin, die sich in ihren "Briefen an berühmte Männer" auch noch rührend um Walter Benjamin und Arnold Zweig kümmerte, zunächst um seine Karriere sorgen sollte. Da blieb für Eigenes keine Zeit mehr.

Ein Glück, dass sich das Selbstverständnis der Frauen geändert hat. Ein Jahr lang haben Hanna Mittelstädt, die Verlegerin der Edition Nautilus, und ihre Autorin Anna Rheinsberg Briefe getauscht. "Liebe Hanna - Deine Anna", mit diesen hemmungslosen Plappereien haben beide dafür gesorgt, die Auffassung zu widerlegen, dass sich jeder Mann durch Bemutterung steuern lässt, wenn frau es nur so will. Ausgenommen natürlich jener Schotte, den Hanna sich anlachen möchte, und der Libanese von Anna. "Bon. Bitte schreib mir, wie man ,Ya Basta' schreibt. Hast du noch einmal mit dem Schotten telefoniert?" Rheinsberg mimt die abgebrühte Diva, die Genießerin. Steffin rapportiert in aufopfernden Briefen Brecht ihre Verhandlungen, die den Geliebten nicht zufrieden stellen werden. Hanna lästert unbeschwert über ihre faulen Männerkollegen, die ohne ihren "Protestantismus" noch kein einziges Buchprojekt realisiert hätten. ",Ya Basta' ist richtig so", schreibt Hanna. "Mit dem Schotten habe ich nicht mehr telefoniert. Jetzt ist er dran."

Martin Droschke in FALTER 36/1999 vom 10.09.1999 (S. 64)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Briefe an berühmte Männer (Margarete Steffin)

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