Purer Wahnsinn
Roman

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Verlag: Edition Nautilus
Genre: Belletristik
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Alienation ist die maßgebliche Band des neuen Jugendkults 'Déjà Vu'. Die Musik ist von den Punks geklaut, die Klamotten von der Arbeiterklasse, die Ideologie eine marode Kombination aus Ultravegetarismus und Ökoterrorismus. Paul und Tracy haben eine komplizierte Zweierkiste zwischen Sojasprossensalat und Sex, sie veranstalten 'Haareschneiden für den Frieden' und überfallen Cafés, die Kaffee und Tee ausschenken und somit die 3. Welt ausbeuten. Stewart Home, geb. 1962 in London. Versuchte sich zunächst als Fabrikarbeiter, Musiker und Aktionskünstler. Organisator des International Festival of Plagiarism, des Kunststreiks 1990-1993, Gründungsmitglied der Neoist Alliance. Inzwischen Autor zahlreicher Romane und Essaybände, lebt in London und Schottland.

Rezension aus FALTER 34/1999

Liebe Gitarristen unter den Falter-Lesern: Wer von euch "kann den (Rückkopplungs- oder auch nicht-) Nachhall seiner verstärkten Harmonien wie mit einer Tennis-Rückhand abfangen, aufhalten, umdrehen, neu aufbauen und entweder potenzieren oder zwölftönerisch abwandeln"? Ein gewisser Floyd Timmen aus Harrisburg/USA schafft es, seinem Instrument solch Höchstleistungen zu entlocken. Aber nur, weil er eine Romanfigur ist. Mit 14 hat Timmen die Idee zu einem Song, der die Welt verändern wird. Mit 18 stürmt seine Band Mercantile Base Metal Index auf die US-Charts ein. "HalbEngel" heißt der zweite Versuch von Tobias O. Meißner, das atmosphärische Dröhnen des Poprocks in Literatur zu übersetzen. Seit "Starfish Rules" wird der Berliner als Hoffnungsträger unter den deutschen Literaten gehandelt. ",Isnichwahrisnichwahrisnichwahr.' - ,Doch, doch, doch.' - ,Wirklichwirklichwirklich?'" Weitere Qualitätsproben nötig?

Wer nachlesen will, wie junge Musiker die Welt wirklich verändern wollen, der erinnere sich an Paul Johnson aus London, der mit seiner Band Alienation Ende der Achtziger Riots zur Befreiung der Proletarier Britanniens anstiftete. Feuer lodert in "Purer Wahnsinn" von Stuart Home, einem Roman, der so kantig und derb geschrieben ist, wie es unter Punks und Skinheads eben zugeht. Alienation prügeln sich auf die Bühne, unterstützt von veganen Öko-Aktivisten und gewaltbereiten Mittelstandskindern, statt wie Timmen als Genie zu leben und dann in Selbstmitleid zu versinken, weil er merkt, dass es den Plattenbossen nur um Moneten geht. Liebe Musikfreunde: Punk ist eine Jugendkultur aus der Vergangenheit. Aber Punk war nie derart langweilig wie das Geniegehabe Floyd Timmens. Punk war vulgär und ehrlich. Deshalb ist es ein Grund zur Freude, dass Stuart Homes "Purer Wahnsinn" neu aufgelegt worden ist. Fight!

Martin Droschke in FALTER 34/1999 vom 27.08.1999 (S. 56)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

HalbEngel (Tobias O. Meißner)

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