Königin ohne Schmuck

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Verlag: Edition Nautilus GmbH
Genre: Belletristik
Erscheinungsdatum: 01.09.2001

Mit weitem Horizont, sehr hell, nach Safran und Kohle duftend, voller Winkel und Geheimnisse - das war Genua zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese vitale Hafenstadt ist Kulisse für eine zauberhafte Liebesgeschichte zwischen einem Kohlenprinzen und der Safrankönigin, die nichts besitzt außer dem Stolz auf ihr Leben.

"Ein solcher Erzähler erweckt die italienische Gegenwartsliteratur zu neuem Leben." Der Tagesspiegel

"Maggiani ist ein besserer Eco, mit poetischeren Wässerchen gewaschen. Er vertraut ebenso auf die Exotik ferner Zeiten, doch er schöpft viel tiefer Luft." Neue Zürcher Zeitung Maurizio Maggiani wurde 1951 in Castelnuovo Magra geboren. Er lebt heute in La Spezia. Er hat als Gefängnislehrer, Lehrer für blinde Kinder, Fotograf, Cutter, Regieassistent, in der Werbung und in der Stadtverwaltung gearbeitet. Der Mut des Rotkehlchens (ital. 1995 / dt. 1996), Maggianis vierter Roman, wurde in Italien mit dem Premio Viareggio und dem Premio Campiello ausgezeichnet. Königin ohne Schmuck erschien 1998 bei Feltrinelli und erhielt die Preise Stresa und Alassio 100 libri.

Rezension aus FALTER 3/2002

Hilflos treibt der kleine Mann durch die unendlichen Weiten der Geschichte, ausgeliefert dem Wellenspiel der Politik. Eine schöne Metapher, nicht wahr: kritisch und kitschig zugleich, barock und spartanisch in einem. Eine "Königin ohne Schmuck". Der italienische Schriftsteller Maurizio Maggiani hat aus ihr einen großen Roman gebaut und sein illustres Arbeiterpersonal von Genua aus auf eine 100 Jahre dauernde Reise um den Globus geschickt - auf der Suche nach proletarischem Selbstwertgefühl. Maggiani schreibt, als wäre er Umberto Ecos kleiner Bruder: Er hat nicht ganz so viel Fakten im Kopf, ist nicht so verdammt vernünftig; ist ein wenig missraten, ein wenig böse und grob, ein wenig lebendiger, wirrer, und doch entstammt er unverkennbar derselben Schreibfamilie: fabula rasa. Eco gibt Büchernarren Kraft für die nächste Bibliothek, Maggiani dem kleinen Mann das Gefühl, dass ein wenig Aufruhr gar nicht verkehrt ist. Wieso Eco? Wieso nicht Calvino? Wegen der Überleitung zu Lorenz Schröter, der in seinem maritimen Historienschmöker "Venuspassage" einen Stoff verbaut hat, der jetzt für den italienischen Schmökermeister verloren ist. Die belegte Fahrt des erfolglosen Astronomen Guillaume LeGentil Mitte des 18. Jahrhunderts von Frankreich nach Indien und weiter auf die Philippinen - der als Reisejournalist höchst erquickliche Schröter erzählt sie in einem so katastrophal gleichförmigen Wellengang, dass einer der vergessenen Meilensteine der Forschungsgeschichte nun als Material literarischer Verwertungen für die nächsten Jahrzehnte tabu sein dürfte. Es wird also keinen Roman von Umberto Eco geben, in dem eine ganze Schar von Naturwissenschaftlern ausströmt, um 1761 und dann noch einmal 1769 eine Venusfinsternis zu beobachten und dabei jene Daten zu sammeln, aus denen sich erstmals die Entfernung zwischen Erde und Sonne berechnen lässt. Weiß Eco natürlich nicht. Hoffentlich.

Martin Droschke in FALTER 3/2002 vom 18.01.2002 (S. 58)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Venuspassage (Lorenz Schröter)

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