Lenina kämpft
Krimi

von Robert Brack

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Verlag: Edition Nautilus GmbH
Format: Taschenbuch
Genre: Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage
Umfang: 192 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 40/2003

Das Quiz "Wer wird Millionär", das von Günter Jauch auf RTL moderierte Pendant zur österreichischen "Millionenshow", ist Kult. Nach dem bekannten Modell haben nun Olaf Bartz & Jutta Kahle & Susanne Krauß für all jene, die den Beruf des Revolutionärs für mindestens so anstrebenswert halten wie die Existenz als Millionär, ein "Quiz für rote Socken" entworfen, bei dem sich das revolutionäre Wissen stilgerecht testen. "Wer wird Revolutionär?" funktioniert nach dem bekannten Muster: 15 Fragen pro Runde, je vier mögliche Antworten und - zumindest in der Internetversion www.wer-wird-revolutionaer.de - die üblichen Hilfen: "50:50"- "Publikums"- und "Anruf-Joker". Die Buchversion bietet stattdessen einen Intensivkurs in Sachen linker Theorie und Geschichte. Ein bisschen Propaganda fürs Diktatorische muss dabei schon auch erlaubt sein, damit der Partykracher funktioniert, der auf keiner Fete fehlen darf, auf der mehr als zwei angehende Antifaschisten zusammensitzen. Zumindest im Spiel ist die Schlagkraft der Linken dann wieder für kurze Zeit so groß, wie sie es sonst nur noch im Roman ist. Auch für die nach einem bekannten Revolutionär benannte Titelheldin aus "Lenina kämpft" von Robert Brack ist es ein Kinderspiel, gemeinsam mit der Antifa ein rechtspopulistisches Nest auszuräuchern. Ihr Vater, ein altlinker Detektiv, wird ermordet. Weil er zu viel über die kriminellen Machenschaften des Hamburger Innensenators gewusst hat, dessen korrupte Millionengeschäfte von den Bullen gedeckt wurden? Natürlich - klare Fronten sorgen für die entsprechenden Identifikationsangebote und Spannung. Obwohl Bracks Analysen von Globalisierung und Rechtspopulismus über Plattitüden nicht wesentlich hinausgehen, kommen auch reife Jahrgänge auf ihre Kosten. Ab und an braucht nämlich jeder ein Feindbild, an dem er sich festhalten kann. Egal, ob es politisch korrekt ist - oder nur ein aus der heilen Welt der Antifa entlehntes Klischee.

Martin Droschke in FALTER 40/2003 vom 03.10.2003 (S. 64)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Wer wird Revolutionär? (Olaf Bartz, Jutta Kahle, Susanne Krauß)

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