I Hate Myself And Want To Die
Die 52 deprimierendsten Songs aller Zeiten

von Tom Reynolds

Derzeit nicht lieferbar

Illustrationen: Stacey Earley
Übersetzung: Ilja Braun
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Musik, Film, Theater/Pop, Rock
Umfang: 272 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.03.2008

Rezension aus FALTER 36/2006

Bestenlisten sind ein unumgänglicher Bestandteil moderner Musikkritik; kein Quartal vergeht, ohne dass ein Magazin die fünfzig besten Platten einer Dekade, die hundert essenziellen Beatles-Songs oder gleich überhaupt die tausend wichtigsten Platten aller Zeiten küren würde. Dass gerade Letzteres meist sehr ähnliche Ergebnisse zeitigt, provozierte knapp drei Dutzend junge amerikanische Musikkritiker, diesem Kanon mit dem Arsch ins Gesicht zu fahren und einige der ihrer Meinung nach überschätztesten Alben der Musikgeschichte vom Sockel zu holen. Häufig an eigene biografische Episoden gekoppelt, dabei aber stets kenntnisreich geschrieben, enthält "Hall of Shame. Die größten Irrtümer in der Geschichte des Rock 'n' Roll" radikal subjektive Neubewertungen ausgewählter Klassiker, wobei das Rolling Stone Magazine mit seinem sixties-zentrierten Rock-'n'-Roll-Konservatismus als Hauptreibebaum dient. Bisweilen ist diese kampfeslustige Opposition zwar Quatsch, aber es ist zumindest unterhaltsamer Quatsch: Bob Dylans "Blood on the Tracks" etwa wird als "klischeehaftes, langweiliges und manchmal unfassbar schludriges Album" verrissen, und Bruce Springsteens "Born to Run" klingt mit einem Mal, "als sei es von einer Horde durchgeknallter Tunten im Musicalwahn zusammengepappt worden".

Auch "I Hate Myself and Want to Die" enthält eine Negativbestenliste, der amerikanische Schriftsteller, TV-Produzent und Musiker Tom Reynolds stellt darin die 52 seiner Meinung nach deprimierendsten Songs aller Zeiten vor. In seiner schnoddrigen Respektlosigkeit ist das streckenweise nicht unlustig, auf Dauer wirken Reynolds' Ausführungen aber doch zu forciert flapsig. Und während er sich mit dem Versuch einer Dekonstruktion von Joy Divisions "Love Will Tear Us Apart" schlichtweg lächerlich macht, verwechselt er andernfalls "deprimierend" ganz einfach mit "schlecht", wodurch seine Ausführungen im Endeffekt ziemlich beliebig wirken.

Gerhard Stöger in FALTER 36/2006 vom 08.09.2006 (S. 60)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Hall of Shame (Carmél Carillo, Jim DeRogatis)

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