Cucina Naturale
Kochen mit den Gaben der Natur

von Antonio Carluccio, Gisela Sturm

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 12/2003

Der "Botschafter der italienischen Küche", Antonio Carluccio, hat sein neues Buch allem gewidmet, das wild wächst oder aufwächst: dem Wildgemüse (wie Löwenzahn und Sauerampfer), den Wildkräutern (wie Bärlauch und Kren), den Pilzen, dem Wild sowie den Meerestieren. "Cucina Naturale. Kochen mit den Gaben der Natur" enthält sowohl Rezepte für diese eher nicht im Supermarkt erhältlichen Zutaten als auch wertvolle Erläuterungen zu diesen Ingredienzen.

Das beschert uns einige originelle Ideen: Warum beispielsweise Kren immer nur zum Tafelspitz und nicht zum Rumpsteak - und warum nicht eine Kren-Himbeer-Sauce zu kaltem Fleisch probieren? Warum nicht Brennnesseln und Löwenzahn sammeln und zu Suppen oder in Gnocchi verarbeiten? Gute Produkte vom Markt sind natürlich auch erlaubt, solange wir dabei Aroma und Qualität der Schönheit, Haltbarkeit und Masse vorziehen. Die Beschaffung der Zutaten für sein Kochbuch klappt aber auch in der Stadt: Bei Carluccio sind es Pilze im Hydepark, in Wien wäre es zum Beispiel Bärlauch im Augarten. Vom reichen Angebot des Wienerwalds einmal ganz zu schweigen.Wer eine Familie bekocht, hat immer wieder einen halben Topf voll Reis oder kaltes Fleisch übrig. Karl Kirsch will mit seinem "Reste-Kochbuch", einem alphabetischen Glossar mit Verweissystem, zeigen, wie man aus Resten "neue, appetitliche und gute Mahlzeiten" zubereiten kann. Unter "B" erfahren wir, wie wir mit dem Rest Gemüsebrei fürs Baby unter Beigabe von Gewürzen und Käse gleich noch ein Fischfilet gratinieren, unter "K", wie man mit kaltem Kaffee vom Morgen den Fleischtopf verfeinert.

Dies ist eine vergnügliche Lektüre im Zettelkastenstil, bei der wir dazulernen, Anregungen erhalten, immer wieder schmunzeln. Aber es steht halt auch viel drin, das nichts mit Resteverwertung zu tun hat, ob das nun die Anekdoten oder die Capricen aus dem Bereich Literatur sind. Und manches steht gar nicht drinnen, wie etwa, was ich mit dem oben erwähnten halben Topf Beilagenreis machen soll.Die Brigitte-Diät ist out, Heilfasten hingegen in. Die uralte Technik des Fastens erlebt im spätmodernen Wellnesswahnsinn ein Revival: Entgiftung, "innerer Frühjahrsputz", bewusstere Lebensführung und Mäßigung und natürlich - Abnehmen. All das wird zu Beginn in Ulrike Bittners Ratgeber "Fasten für Genießer" so vorgeführt, dass man eigentlich gleich selbst Lust dazu bekommt. Im praktischen Detail bleibt das Buch aber manches schuldig: Welches Obst soll ich bei der zitierten Obstfastenkur essen? Wie oft jährlich kann ich fasten?

Vor allem da, wo's zur Sache geht - Einläufe, Glaubersalz & Co - bleibt das Werk auffällig oberflächlich, stattdessen gibt es Impressionen prominenter Faster und ständig Hinweise darauf, dass man ja eigentlich den Fastentrainer benötigt, der ein "individuelles Fastenprogramm" zusammenstellt etc. Und zufällig sind dann auch eine Menge dieser Menschen samt Adressen im Anhang aufgeführt, darunter auch die Autorin.

Tina Thiel in FALTER 12/2003 vom 21.03.2003 (S. 35)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Das Restekochbuch (Karl Kirsch)
Fasten für Genießer (Ulrike Bittner)

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