Fahrt ins Licht
Sechsundsechzig Stationen

von Hermynia zur Mühlen

€ 14,00
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Vorwort: Karl M Gauss
Verlag: Sisyphus
Format: Taschenbuch
Genre: Belletristik/Hauptwerk vor 1945
Umfang: 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Neuauflage des seit seiner Erstauflage 1936 nicht wieder erschienenen Geschichtenbuches der wohl bedeutendsten unter den vergessenen österreichischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, die Insidern heute vor allem noch als Exponentin des sozialistisch-aufklärerischen Unterhaltungsromanes und als Übersetzerin ein Begriff ist.
'›Fahrt ins Licht‹ sammelt 66 Erzählungen, die wie geschaffen dafür sind, unterschätzt zu werden (…) Und doch zeigt gerade dieser Sammelband die einst von vielen Bewunderern wie Egon Erwin Kisch und strengen Kunstrichtern wie Karl Kraus gerühmte Erzählkunst der Autorin (…). Immer ist sie mit einem einzigen Satz mitten drin in der Geschichte, die sie erzählen möchte und die sie ohne rhetorischen Kraftaufwand mit kluger Erzählökonomie rasch vorantreibt. Ihre Geschichten spielen in der Wiener Vorstadt oder an der Riviera, sie handeln von Arbeiterinnen, die sich aus dem Elend herausarbeiten möchten, und von Gräfinnen, die um ihr Leben betrogen werden, von italienischen Köchen und amerikanischen Zeitungsmillionären, von Verzweifelten, die aus der Nacht ihrer Ängste ins Irrenhaus entfliehen, und von wahren Irren, die mitsamt ihrer gräßlichen Normalität ein reputierliches Leben in der guten Gesellschaft führen…' Karl-Markus Gauß

Rezension aus FALTER 29/2000

Als der damals weithin bekannte und viel gerühmte österreichische Schriftsteller Leo Perutz im Jahr 1936 Wien Richtung Palästina verließ, ging mit ihm auch sein Nachruhm ins Exil - und kehrte nicht wirklich wieder. Nachdem in den letzten Jahren immerhin einige seiner Werke neu aufgelegt wurden, ist nun mit "Leo Perutz. Ich kenne alles. Alles, nur nicht mich" die erste große Biografie erschienen. Geschrieben hat sie die deutsche Germanistin Ulrike Siebauer. Perutz, in Prag geboren, schrieb im Wien der Zwischenkriegszeit die Meisterwerke der modernen deutschsprachigen Spannungsprosa. Es gäbe viel zu bemerken, warum er in unseren "Kulturenliteraturen" (Ernst Jandl) keinen Platz finden konnte: Ein vertriebener Jude, der spannende Historienromane schrieb - das passte nach 1945 nicht recht ins literarische Aufbauösterreich. Also: Siebauers Biografie lesen und dann alle verfügbaren Romane von Perutz.Österreich ist eine Verdrängungsgroßmacht - groß im Verdrängen, und das Verdrängte ist zumeist auch groß. So die zu Unrecht vergessene Schriftstellerin Hermynia zur Mühlen. Umso erfreulicher ist die jetzige Neuauflage ihres Erzählbandes "Fahrt ins Licht" aus dem Jahr 1936. In 66 literarischen Short Cuts und präziser Sprache entwirft sie ein Panorama der damaligen Lebensverhältnisse und Wirrnisse. Auch zur Mühlen musste Österreich - aus politischen Gründen - in den Dreißigern verlassen. Als Frau und ehemalige Kommunistin von der männlichen Kulturlobby bekämpft, blieb sie in England, wo sie 1951 starb. Auf Deutsch und Englisch schrieb sie engagierte Gesellschaftsromane, Kinderbücher und Kriminalromane - also auch keine "Kulturenliteraturen". Die Neuauflage von "Fahrt ins Licht" gibt Gelegenheit, eine große, verdrängte Autorin wieder zu entdecken.

Franz Gutsch in FALTER 29/2000 vom 21.07.2000 (S. 54)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Leo Perutz (Ulrike Siebauer)

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