MENSCHINNEN
Gender Mainstreaming - Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen

von Barbara Rosenkranz

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: ARES Verlag
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Erscheinungsdatum: 01.09.2008

Rezension aus FALTER 41/2008

Blaue Kastrationsängste

Andere hat solch ein Sager den Kopf gekostet: Weil der damalige FPÖ-Abgeordnete Karlheinz Klement im Juni 2008 im Parlament von "Gender-Wahnsinn" sprach, gegen den gekämpft werden müsse, setzte es gleich drei Ordnungsrufe der Parlamentspräsidentin. Kurz darauf wurde er von seiner Partei ausgeschlossen. Nun hat auch die FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz den "Gender-Wahn" entdeckt.
"MenschInnen. Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen", lautet der Titel des neuen Buchs der niederösterreichischen FPÖ-Chefin.
"Die hohe Lehre des Zeitgeists paart sich mit der materiellen Macht des Kapitals", schreibt die freiheit­liche Politikerin. Ziel sei nichts weniger als die radikale Veränderung der Menschheit. Mann und Frau würden abgeschafft, bald existiere nur noch die geschlechtslose Arbeitskraft, die dem Kapital diene, so der Plan, aus­geheckt von einer seltsamen Troika aus durchgeknallten Emanzen, Marxisten und Kapitalisten.

Das Mittel zum Ziel nennt sich "Gender Mainstreaming". "Inhalte sollen ­subtil und am direkten Bewusstsein vorbei vermittelt und die Menschen unbemerkt an neue Bedeutungen gewöhnt werden. So werden beispielsweise Transsexuelle heute meist als ,Transgender' bezeichnet, um noch stärker die gewollte Uneindeutigkeit von Geschlecht und eine fließende Identität zu betonen." Denn die Idee von Gender Mainstreaming, einem Instrument, um Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen durchzusetzen, wurde laut Rosenkranz "nicht aufgebaut, um in universitären Zirkeln diskutiert zu werden, sie wurde entwickelt, um den alltäglichen Wert eines jeden ,umzugestalten'".
Auch die gleichgeschlechtliche Liebe muss für die weltweite Umerziehung herhalten: "Rechte für Gleichgeschlechtliche bis hin zur sogenannten Homo-Ehe werden deswegen so vehement gefordert, weil man so die Zweigeschlechtlichkeit und die ,Zwangsheterosexualität' weiter aufweichen und verwirren kann", ist zu lesen.
Bisher wurde die 50-jährige Politikerin vor allem wegen der Schriften ­ihres Mannes kritisiert. Horst-Jakob Rosenkranz war 1990 Spitzenkandidat der wegen NS-Wiederbetätigung verbotenen Liste "Nein zur Ausländerflut" und ist Herausgeber der rechtsextremen Monatszeitschrift Fakten. Seine Frau, die 1993 ihre politische Karrie­re im niederösterreichischen Landtag begann, war mit einschlägigen politischen Äußerungen stets auffallend zurückhaltend.
Das vergangene Woche im Ares-Verlag erschienene Buch ist das erste ideologische Werk der stellvertretenden FPÖ-Obfrau. Die Gender-Mainstreaming-Idee werde gegen den Willen der Menschen durchgesetzt, sagt Rosenkranz darin. So würden Mütter viel lieber länger bei ihren Kindern bleiben, als dies momentan der Fall ist, "aber die Expertinnen meinen, die Frauen blieben schon jetzt zu lange daheim". Dies sei eine klare Bevormundung der Menschen.

Rosenkranz verteidigt auch den innerhalb der FPÖ in Ungnade gefallenen Exabgeordneten Klement. Dieser habe im Parlament "einen Maulkorb verpasst" bekommen, kritisiert die niederösterreichische FPÖ-Chefin. Geschlechtsspezifische Verhaltensweisen seien "nicht das Ergebnis patriarchalischer Unterdrückung, sondern Mädchen ziehen sich eben gerne schöne Kleider an, und Buben wollen kein Prinzessinnenkostüm".
Studienmaterial für ihr Anti-Gender-Buch hat die Mutter von sechs Mädchen und vier Buben, die mittlerweile bereits Großmutter ist, zuhause genug: "Meine Kinder hatten völlige Freiheit, aber ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass dreijährige Buben keine Puppen anziehen oder füttern. Meine Buben hatten in diesem Alter ein eher ingenieurhaftes Interesse und haben die Puppen zerlegt."

Nina Horaczek in FALTER 41/2008 vom 10.10.2008 (S. 13)


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