Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Als in einem riesigen Red-Bull-Sport-Event die Weltformel errechnet wird, stürzt die Welt in totale Unlogik. Sämtliche Thesen des Philosophen Johannes Getting stellen sich als wahr heraus, die Terrorgruppe IRF (Ironisch Revolutionäre Fraktion) verwüstet auf möglichst kreative Weise die Wiener Innenstadt, Germanistik wird plötzlich zu einem prestigeträchtigem Studium und wildgewordene Zeitreisetouristen stürmen in Massen nach Braunau, um Adolf Hitler zu töten. Überhaupt werden Zeitreisen zum neuen Volkssport: Die einen wollen Jesus besuchen, die anderen Shakespeare (haben die beiden überhaupt gelebt? Elias Hirschl gibt darauf geniale Antworten). Und während die Welt schön langsam im Chaos versinkt, versucht Sandra Virtanen ruhig zu leiben und ihre Bachelorarbeit über Thomas Bernhard zu vollenden. Ebenfalls unter Zuhilfenahme von Zeitmaschinen – der österreichischen Methode der Geschichtsaufarbeitung.

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FALTER-Rezension

Mateschitz’ Mathematik-Wettkämpfe

Er ist erst etwas über 20, blickt auf eine erfolgreiche Laufbahn in der Poetry-Slam-Szene zurück und mit „Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet ...“ hat Elias Hirschl bereits seinen zweiten Roman veröffentlicht.
Hirschl ist ein bisschen wie Clemens Setz, also sehr gescheit und ziemlich spleenig; was ihn von seinem Grazer Kollegen unterscheidet, ist sein offensiver Humor. Schon das angeblich von Thomas Bernhard stammende Motto „Wald, Hochwald, Bäumchen pflanzen“ lässt erahnen, dass es in dem Roman nicht bierernst zugeht. Streckenweise liest er sich so überdreht, skurril und brachial komisch wie Monty Python.
Hirschl entwirft eine Welt, in der Zeitreisen etwas ganz Gewöhnliches sind und es zum Volkssport wird, nach Braunau zu reisen, um Hitler zu töten. Statt beim „Dschungelcamp“ und „Germany’s Next Top Model“ fiebern die Menschen mit, wenn unter dem Motto „Red Bull’s – Das Ende der Mathematik“ ein spektakulärer Wettkampf unter Mathematikern stattfindet: das „Zusammenführen aller Teilgebiete der Mathematik durch das Lösen sämtlicher noch nicht gelöster mathematischer Probleme“ mit dem Ziel, die Weltformel zu finden.
Die 20 Seiten, auf denen Elias Hirschl schildert, wie die gegeneinander antretenden Naturwissenschaftler bejubelt und kurz darauf wie Reality-Show-Teilnehmer fallengelassen werden, gehören zum Witzigsten und Besten, was der österreichischen Literatur in den letzten Jahren passiert ist. Als Sieger des Wettbewerbs geht ein gewisser Karl Mauß hervor.
Leider macht seine Leistung weitere naturwissenschaftliche Forschungsbemühungen unnötig, es braucht nur noch den „Großen Hauptrechner“, der alles steuert. Die Pointe: Von da an werden alle Fördergelder in Studien wie Soziologie oder Germanistik gepumpt.
Manchen Lesern wird Hirschls Schabernack, der sich an die postmoderne Literatur anlehnt und in dem die Schrauben immer noch ein bisschen weiter gedreht werden, zu viel sein. Sie versäumen aber ein grandios einfallsreiches und unterhaltsames Buch.

Sebastian Fasthuber in Falter 24/2016 vom 17.06.2016 (S. 39)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783902950758
Erscheinungsdatum 15.03.2016
Umfang 200 Seiten
Genre Belletristik/Erzählende Literatur
Format Taschenbuch
Verlag MILENA
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