Wie das Recht in die Welt kommt
Von den Anfängen bis in die frühe Neuzeit

von Alfred J. Noll

€ 29,80
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Verlag: Edition Konturen
Format: Hardcover
Genre: Recht
Umfang: 272 Seiten
Erscheinungsdatum: 08.10.2018


Rezension aus FALTER 16/2019

Rechtsgeschichte, revisited

Alfred Noll ist nicht nur Praktiker als Rechtsanwalt, Funktionär, Hochschullehrer, Politiker (Abgeordneter im Nationalrat für die Liste Jetzt), Redner, abstrakter Maler, sondern vor allem auch Wissenschaftler und Autor. Sein jüngster Essay „Wie das Recht in die Welt kommt“ beschäftigt sich mit der Frage, wie die Menschen von Anbeginn an ihre Rechtsordnung entwickelten. Ohne Gesetze können wir uns unser Leben nicht vorstellen. Doch seit wann gibt es Gesetze, wie haben sie sich entwickelt und warum?

Noll gelingt ein lebendiges und spannendes Panorama zur Entstehung unseres Rechtssystems. Im ersten Teil zeigt er die Entwicklung des Rechts im Wandel der Geschichte, bedingt durch die jeweiligen historischen Ereignisse. Der angekündigte zweite Teil soll sich um die Themen und Institutionen drehen, die die Neuzeit prägen: Verfassung, Eigentum, Vertrag, Sicherheit, Strafe und Demokratie. Die Quellen, derer er sich bedient, legt er nach jedem Kapitel offen.

Geschichtlich betrachtet ist jede Rechtsordnung immer in Entwicklung und Umgestaltung begriffen. Normen können nur moralische Appelle, sittliche Konventionen, Postulate gesellschaftlichen Verhaltens sein, die aber auch rechtswirksam werden können, wie beispielsweise die Billigkeitsklauseln, nicht zu vergessen das Gewohnheitsrecht, welches im Wege der Analogien wie ein „echtes“ Gesetz zur Anwendung kommen kann, und schließlich als letzte Stufe die Norm, unter die wiederum subsumiert werden kann.

Wozu dieser Essay? Noll zitiert seinen Lehrer, den Rechtshistoriker Theo Mayer-Maly, und dessen Vision einer Alternative zum Spezialistentum: „Was wir brauchen, ist eine Jurisprudenz, die auf das Recht als Ganzes sieht“, „eine enzyklopädische Jurisprudenz“. Noll hat einen nicht nur analytischen, sondern impressionistischen Essay geschrieben, der die Leserschaft – und darunter sicherlich viele Juristinnen und Juristen – in lockerer Weise daran erinnert, was sie zum Teil (fast) vergessen haben.

Nikolaus Lehner in FALTER 16/2019 vom 19.04.2019 (S. 20)


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