Der Moddetektiv besiegt Corona

von Just Christopher

€ 23,00
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Verlag: MILENA
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 388 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.11.2020


Rezension aus FALTER 45/2020

Bier töten Virus: Mit Humor durch die Krise

Die Pandemie hat längst die Buchwelt erreicht. Es gibt Corona-Literatur für Erstleser („Conni macht Mut in Zeiten von Corona“) und Investoren („Coronomics“). Der viertelwissenschaftliche Schmöker „Corona Fehlalarm?“ entwickelte sich gar zum Bestseller unter Freunden der freien Meinungsäußerung und anderen besorgten Bürgern.

Was noch fehlte, war ein Werk, das die komischen Aspekte der Krise herausarbeitet und ein befreiendes Lachen erlaubt. Hier schafft Christopher Just Abhilfe. Der als Techno-Produzent bekannt gewordene Wiener hat zuletzt auf Literatur umgesattelt. Seine Romane „Der Moddetektiv“ und „Catania Airport Club“ waren schwer einzuordnende Wundertüten zwischen infantilem Witz und höherem Unsinn, postmodernem Schabernack und Stilstudien.

Zum neuen Buch inspiriert wurde er durch die Corona-Erkrankung seines Bruders, der einige Zeit im Spital verbringen musste – nachdem ihm zunächst ein Test verwehrt wurde, hatte er sich doch weder in Italien noch in Tirol aufgehalten. Just verarbeitet das in absurden Telefonaten mit der 1450-Hotline. Denn – Schockschwerenot! – auch den treu der Subkultur um Parkas und Vespas anhängenden Moddetektiv hat Corona erwischt. Doch er ist der Einzige, der in Wien, über das eine gewaltige „Second Wave“ schwappt und wo schon Plasma-Junkies umgehen, eine große Sache aufdecken kann.

Just macht sich über das zeittypische Blabla lustig: „La peste war auch eine Chance (…), um die Augen retour auf das Wesentliche zu richten, sich wieder zu finden, und all das neu zu entdecken, was im Leben wirklich wichtig war.“ Der Alki-Vater des Helden ist derweil überzeugt: „BEER TOTEN ’HE FUCKIN VIRUS!“ Der neue Roman kommt geradliniger daher als die Vorgänger, doch nicht ohne lustvolle Abschweifungen aus. Ganz großes Tennis ist die Schilderung eines Beischlafs ex negativo: Er werde sich nicht dazu herablassen, eine Sexszene zu schreiben, wendet sich der Autor an seine Leser – um es unter diesem Vorzeichen gehörig krachen zu lassen.

Sebastian Fasthuber in FALTER 45/2020 vom 06.11.2020 (S. 34)


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