Lola und das Blaue vom Himmel
Eine der vielen Erinnerungen von Georg Kreisler

von Georg Kreisler, Thomas B Schumann

€ 18,60
Lieferung in 2-7 Werktagen

Verlag: edition memoria
Format: Taschenbuch
Genre: Belletristik/Romanhafte Biografien
Umfang: ca. 130 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.05.2002

Rezension aus FALTER 22/2002

Der aus Österreich vertriebene Georg Kreisler ist einer der bedeutendsten lebenden Lyriker, Chansonniers und Satiriker des deutschen Sprachraums. Dieser Tage liest er in seiner Geburtsstadt Wien aus seinen soeben erschienenen Erinnerungen.

... Heute lebt Kreisler in Basel, wo er Theaterstücke, Opern und Romane schreibt. Dass er auch ein Prosaschriftsteller von hohem Rang ist, beweist sein neues Buch "Lola und das Blaue vom Himmel", in dem sich Erinnerungen an seine amerikanische Zeit, das Wien des Anschlusses und ein lakonischer, aber auch verbitterter Bericht über die rechtliche Kontroverse mit seiner geschiedenen Frau Topsy Küppers um die Urheberschaft des Stückes "Lola Blau" findet. Vom literarischen Gesichtspunkt aus beeindruckt am stärksten das letzte Kapitel, in dem Kreisler unter dem schlichten Titel "Coda" eine philosophische Meditation über die Heimatlosigkeit mit einer - überraschend für alle, die in ihm nur den Zyniker sehen - berührenden Liebeserklärung an seine Frau Barbara Peters verbindet.

Wie jeder große Satiriker spricht Kreisler auch in diesen Erinnerungen von der Absurdität des Lebens. Sein Zorn und seine Melancholie gelten weniger diesem oder jenem Zustand als der Welt selbst; weniger einer bestimmten Person als der tief missratenen Schöpfung. "Ich singe Lieder in die blauwattierte Ferne", heißt es in einem seiner persönlichsten Chansons, das auch am Ende von "Lola Blau" steht.

"Ich hänge Klagen an die pausenlose Zeit.
So hebt ein jeder seine winzige Laterne,
und ich lerne: Nur das Lied bleibt und die
Hoffnungslosigkeit."

Pessimistisch? Allerdings, aber man muss doch genau hinhören: Denn es bleibt eben nicht nur die Hoffnungslosigkeit; es bleibt auch das Lied. Und jeder, der Georg Kreislers Werk kennt, wird ihm zustimmen.

Daniel Kehlmann in FALTER 22/2002 vom 31.05.2002 (S. 65)


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