Sarajevo Blues

von Semezdin Mehmedinovic', Ute Frevert

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Hainholz
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 12/2000

Es gibt Geschichten, die gehen tiefer unter die Haut als alle Kriegsberichte. Aleksandar Hemon etwa erzählt in dem Sammelband "Das Kind. Die Frau. Der Soldat. Die Stadt", wie eine Familie im belagerten Sarajevo neben ihrer toten Tante ausharrt, weil sie die Wohnung wegen der lauernden serbischen Heckenschützen nicht verlassen kann. Aus diesem Grund sind der Tante auch die Asthmamedikamente ausgegangen, sodass sie qualvoll erstickt ist. Als sie zu stinken beginnt, wird sie aus dem Fenster gekippt. In "zeitgenössischen Erzählungen aus Bosnien-Herzegowina" wie dieser entwerfen 22 bosnische Autoren - neben bekannten Größen wie Miljenko Jergovic' gibt es zahlreiche Entdeckungen - eine bosnische Literatur, die nicht kroatisch, serbisch oder muslimisch sein möchte. Ein Literaturtraum, dem die Realität entgegensteht. Weil die Trennung zwischen den Ethnien längst vollzogen ist, leben viele der Autoren und Autorinnen mittlerweile im Ausland.Von einem der in der Anthologie vertretenen Autoren, Semezdin Mehmedinovic', ist vor kurzem ein eigenes Buch in deutscher Übersetzung auf den Markt gekommen. "Sarajevo Blues" erschien im Original bereits 1992. In den USA erregte die englische Übersetzung nicht zuletzt dank einer hymnischen Rezension von Paul Auster großes Aufsehen. Auster schrieb unter anderem: ",Sarajevo Blues' ist ein Kriegsbericht und eine philosophische Untersuchung zugleich. In Gedichten, kleinen Essays und Prosa-Vignetten listet Semezdin Mehmedinovic' den Zusammenbruch einer Welt mit herzzerreißender Klarheit und Genauigkeit auf."

Edgar Schütz in FALTER 12/2000 vom 24.03.2000 (S. 13)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Das Kind. Die Frau. Der Soldat. Die Stadt. (Dragoslav Dedovič, Bärbel Schulte)

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