Art to Choke Hearts

von Henry Rollins

€ 16,30
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Übersetzung: Gunter Blank
Verlag: mox & maritz
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Umfang: ca. 150 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.10.2001

Rezension aus FALTER 51-52/2001

Nachdem mit John Savages "England's Dreaming" kürzlich die definitive Chronik des englischen Punk auf Deutsch erschienen ist, liegt nun auch ein Gegenstück für Deutschland vor. Und "Verschwende deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave" von Jürgen Teipel hat ebenfalls das Zeug zum Musikbuch-Klassiker. Obwohl - oder vielleicht sogar weil - es der Autor ganz anders anlegt als Savage: Er schreibt in seinem Buch nicht Geschichte, sondern lässt sie von den Protagonisten und Randfiguren der Szene erzählen. "Verschwende deine Jugend" ist eine einzige Montage aus Interview-O-Tönen, die der Herausgeber über Jahre zusammengetragen hat. So fühlt sich der Leser, als wäre er selbst mitten im Geschehen, wenn der Pyrolator (Der Plan), Peter Hein (Mittagspause, Fehlfarben), Robert Görl (DAF) oder Jürgen Engler (Male, Krupps) von ihren musikalischen Aufbrüchen, der Negation aller Werte und den Freuden körperlicher Gewalt erzählen. Man liest über die legendäre Düsseldorfer Punk-Keimzelle Ratinger Hof und die Schandtaten von DAF-Diva Gabi Delgado; man erfährt, wie wild es der heutige Oberboheme Blixa Bargeld einst trieb und dass auch Campino ein Guter war, ehe er mit den Toten Hosen böse wurde. Besonders erfreulich an Teipels Methode: Er präsentiert kein fertiges Bild vom deutschen Punk. Die Erinnerungen der Beteiligten sind in vielen Punkten konträr, womit der Leser gefordert ist, sich seinen eigenen Reim auf das Erzählte zu machen. Fleißarbeit: "Art to Choke Hearts", ein kurzweiliger Band mit kleinen philosophischen Betrachtungen der Hardcore-Punk-Ikone Henry Rollins. Textprobe: "Wenn ich an all das denke, was ich gemacht habe, werde ich manchmal richtig deprimiert. Eigentlich war es damals schon so deprimierend wie heute. Also schreibe ich darüber, über die ganze Scheiße, von der es genug gibt, wenn ich das letzte Desaster hinter mir gelassen habe. Und es gibt Momente, in denen ich im Rückblick, so sehr ich es versuche, nichts Lustiges finden kann, es war eben die übliche Scheiße damals. Als wolle man aus einer granitenen Orange Saft pressen."

Sebastian Fasthuber in FALTER 51-52/2001 vom 21.12.2001 (S. 83)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Verschwende deine Jugend (Jürgen Teipel)

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