Don Juan
(erzählt von ihm selbst)

von Peter Handke

€ 26,70
Lieferung in 2-7 Werktagen

Gelesen von: Christian Brückner
Verlag: Parlando ein Imprint von Argon
Format: Audio CD
Genre: Belletristik/Historische Romane, Erzählungen
Umfang: 192 Minuten
Erscheinungsdatum: 01.03.2005

Rezension aus FALTER 36/2005

Parlando Edition Christian Brückner ist ein kleiner feiner Hörbuchverlag, der soeben für sein Gesamtprogramm den Preis für das besondere Hörbuch beim Deutschen Hörbuchpreis 2005 erhalten hat. Der Verlag hat sich der hohen Literatur verschrieben. Im Programm finden sich Autoren wie Eichendorff, Hölderlin, Novalis, Flaubert, Conrad, Chandler, Carver, Nabokov, Rilke, Celan und Kafka, aber auch Gegenwartsautoren wie Kathrin Röggla, Don DeLillo oder Peter Handke, der mit seinem "Don Juan (erzählt von ihm selbst)" vertreten ist; einem seltsam schönen Buch, das den Handke der drei "Versuche" und der "Sainte-Victoire" noch einmal aufleben lässt, einen feinfühligen, unglaublich präzisen Beobachter menschlicher Sehnsüchte und Verhaltensweisen.

"Don Juan" wird wie alle Aufnahmen der Edition von Christian Brückner gelesen, der als Schauspieler begann, sich aber bald auf die Hörschiene verlegte und nun ein eigenes Hörbuch-Label besitzt. Brückners Stimme ist eine von denen, die man zu kennen glaubt, ohne sie vielleicht wirklich zu kennen; eine Stimme, wie sie in unserer Kindheit als "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" aus dem Kassettenrekorder drang und wie sie wohl auch Walter Benjamin in seiner wunderbaren "Berliner Kindheit um neunzehnhundert" geschildert hätte, hätte es damals schon Radio oder Hörbuch gegeben. Seine "Kindheit" ist ein kulturgeschichtliches Ereignis, etwa wenn er von den Kaiserpanoramen erzählt oder von der Einführung des Telefons, sie ist aber auch ein autobiografisches Dokument, in der von Kinderbüchern, von der ersten Liebe, von Sommerurlauben und Wintermorgen berichtet wird. Dies alles freilich in einer Sprache, die durchdrungen ist von einer Reflexivität und Anschaulichkeit, die ihresgleichen sucht. Im Kapitel über die Schmetterlingsjagd etwa finden sich folgende Zeilen, die jedem Falter-Leser ans Herz gelegt seien: "Je mehr ich selbst in allen Fibern mich dem Tier anschmiegte, je falterhafter ich im Innern wurde, desto mehr nahm dieser Schmetterling im Tun und Lassen die Farbe menschlicher Entschließung an. Und endlich war es, als ob sein Fang der Preis sei, um dessen einzig ich meines Menschseins wieder habhaft werden könnte."

Nicole Streitler-Kastberger in FALTER 36/2005 vom 09.09.2005 (S. 66)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Berliner Kindheit um Neunzehnhundert (Walter Benjamin, Christian Brückner)

Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb